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Schwangerschaft und Stillzeit

Terminüberschreitung - was tun?

Wenn du und dein Baby den errechneten Geburtstermin überschritten habt, kann dich das ganz schön nervös machen. Doch das muss es gar nicht. In meiner Ausbildung habe ich gelernt, dass nur ca. 4 % der Kinder am errechneten Termin zur Welt kommen; die Geburten verteilen sich eher auf die Zeitspanne von zwei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem Geburtstermin. Doch wie kommt dieser Termin eigentlich zustande und wie aussagekräftig ist er?

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Eine normale Schwangerschaft dauert im Schnitt 280 Tage (gerechnet ab dem ersten Tag der letzten Regelblutung) oder 40 + 0 Schwangerschaftswochen (SSW). Der errechnete Geburtstermin ist also auf 40 + 0 SSW festgelegt und wird mit ET abgekürzt. Wenn der ET bis zu 13 Tage überschritten wird (ET + 13), spricht man von einer Terminüberschreitung, bei einer Überschreitung um mehr als zwei Wochen von einer Übertragung. Alle Geburten, die drei Wochen vor bis zwei Wochen nach dem ET stattfinden, sind per Definition termingerechte Reifgeburten.

Was bedeutet das für dich? 

Wenn du deinen ET erreicht hast, werden du und dein Baby engmaschiger untersucht. Deine Hebamme oder deine Ärztin / dein Arzt kontrollieren im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung die Herztöne deines Babys, sein Gewicht, die Fruchtwassermenge und fragen nach Kindsbewegungen. Wenn der ET um eine Woche überschritten ist, werden sie dir eine Einleitung empfehlen. Und wenn du den ET um 10 Tage überschritten hast, wird dir eine baldige Einleitung nahegelegt. Dafür wirst du in der Regel direkt ins Entbindungskrankenhaus überwiesen.

Baby not in time – was tun?

  1. Bleib entspannt.
  2. Deine/eure Geduld ist jetzt gefragt.
  3. Lass keine Ängste aufkommen.
  4. Nimm deine regelmäßigen Kontrollen wahr.
  5. Stell dich auf eine meist medikamentöse Einleitung in der Klinik ab ET + 10 ein.
  6. Du kannst es – abhängig vom Zeitpunkt – auch mit natürlichen Methoden probieren.
  7. Lass los! Denn dein Baby hat seinen eigenen Zeitplan.

Was passiert bei einer Einleitung in der Klinik? 

Die Schulmedizin bietet zahlreiche Möglichkeiten, um eine Geburt einzuleiten. Die drei gängigsten sind Prostaglandine, Oxytocin und der Ballon-Katheter. Prostaglandine bewirken eine Auflockerung und Reifung der Gebärorgane. Je nach Befund bekommst du Prostaglandine als Gel, Zäpfchen oder in Tablettenform verabreicht. Besonders bei Erstgebärenden wird diese Methode häufig eingesetzt, da sie nur selten einen reifen Befund haben. 

Eine andere Möglichkeit ist die Einleitung durch Oxytocin. Oxytocin wird gerne genommen, wenn dein Muttermund schon eine gewisse Reife, eine gewisse Weichheit erlangt hat. Bei Mehrgebärenden ist der sogenannte „Wehentropf“ deshalb häufig Mittel der Wahl. 

Auch eine „mechanischen“ Einleitung ist möglich: Ein mit Kochsalz gefüllter Ballon-Katheter wird vaginal eingeführt und übt Druck auf den Muttermund aus, damit sich dieser ausdehnt. Der Muttermund kann so auch reifen, sodass eine medikamentöse Einleitung folgen kann.

Natürliche Maßnahmen zur Geburtseinleitung, die du ausprobieren kannst

Beckenbodentraining: Wenn du deinen Beckenboden durch gezieltes Training bewusst anspannen kannst, kannst du ihn unter der Geburt auch leichter lockerlassen.

Warme Vollbäder: Sie dienen deiner Entspannung.

Datteln essen (um den ET herum): Datteln geben dir viel Energie, die du für die Geburt brauchst, und machen deine Muskulatur empfänglicher für das Wehen-Hormon Oxytocin.

Mit Zimt würzen (um den ET herum): Zimt kann wehenanregend wirken.

Moderate Bewegung (um den ET herum): Das Köpfchen deines Babys kann durch eine aufrechte Haltung tiefer rutschen, sodass es eine gute Startposition im Becken hat. Wichtig: Bitte verzichte auf anstrengende Bewegungen wie Marathon-Treppensteigen; das erschöpft dich und dein Kind nur und nimmt euch beiden die Power, die ihr für die Geburt braucht.

Bauchmassagen mit einer Ölmischung aus Zimt, Nelke, Ingwer und Eisenkraut (bei Terminüberschreitung): Massagen können eine wehenanregende Wirkung haben oder zu leichte Wehen verstärken.

Brustwarzenstimulation (bei Terminüberschreitung): Das führt dazu, dass Oxytocin ausgeschüttet und die Wehenbereitschaft gefördert wird.

Sex: Sperma enthält wehenanregende Prostaglandine; bei einem Orgasmus schüttet der weibliche Körper zudem Oxytocin aus.

Alle diese Maßnahmen brauchen eine gewisse Reife der Gebärorgane. Wenn die noch nicht erreicht ist, bleiben sie wirkungslos. Deshalb mein Tipp: Gerade mit den wehenfördernden Methoden solltest du erst 5 bis 7 Tage nach deinem errechneten Geburtstermin beginnen.

Nur für wenige dieser Maßnahmen gibt es Studien, die ihre Wirksamkeit belegen. Doch es sind Hebammentipps, die sich über viele Jahrzehnte bewährt haben und die ich auch in meiner Arbeit erfolgreich eingesetzt oder empfohlen habe.

Ganz wichtig: Wenn du zu vorzeitiger Wehentätigkeit neigst, wende diese Maßnahmen bitte nicht an! Und auch vom bekannten Wehen-Cocktail mit Rizinusöl rate ich ab. Er kann zu unkalkulierbaren Risiken wie Dauerkontraktionen führen.

Ich wünsche dir und deinem Baby eine entspannte Wartezeit!

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