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Wachstum + Entwicklung

STOCKMAR - ein Blick hinter die Kulissen

Vor nunmehr fast einhundert Jahren gründete Hans Stockmar 1922 ein Unternehmen für Imkereibedarf und Bienenwachskerzen. Die Produktentwicklung in der Wachsschmelze orientierte sich immer entlang der Frage „Was brauchst Du?“. So kamen in den 1950er Jahren auf Initiative von Waldorfpädagog:innen, die einen neuen Anspruch an die Qualität von Unterrichtsmaterialien stellten, Knetwachs und später der Klassiker, die Wachsmalstifte hinzu. Aber auch beim Wirtschaften selbst macht STOCKMAR einiges anders – und zwar von Anfang an. Im Gespräch erläutert Inke Kruse, Geschäftsführerin von STOCKMAR, warum wir nicht nur 100 Jahre Wachsmalstifte und Aquarellfarben zu feiern haben.

Interview

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Für mich ist STOCKMAR ganz eng verbunden mit den Erinnerungen an die Kindergartenzeit meiner Töchter. Dieser warme Duft von Bienenwachs. Welche Bedeutung hat die sinnliche Wahrnehmung ganz generell bei STOCKMAR?

Wir wollen einmal dem Kind bzw. dem Kunstschaffenden ein Angebot von allerhöchster Qualität machen – wesentlich bei unseren Produkten sind harmonische Farben, die Farbqualität, also Strahlkraft und Transparenz, aber eben auch die Maleigenschaften, Beschaffenheit und nicht zuletzt der Geruch. Das Kind soll die Verbindung zur Welt über die sinnliche Wahrnehmung aufbauen dürfen, und zwar behutsam und in seinem eigenen Rhythmus - indem es künstlerisch tätig sein darf. Hier wollen wir durch unser Angebot unterstützend tätig sein.

Zu unserem Qualitätsverständnis gehört der Anspruch, künstlerische Freiräume zu eröffnen, die wohltuend auf die individuelle Entwicklung wirken. Qualität begreifen und pflegen wir umfassend: durch die sorgfältige Auswahl der Rohstoffe, erstklassige Verarbeitung sowie hervorragende Farb-, Mal- und Modelliereigenschaften. So entstehen außergewöhnliche Produkte, die ein reiches künstlerisches Erleben fördern. In Waldorfkindergärten und –schulen gehören STOCKMAR Produkte aufgrund der besonderen pädagogischen Ausrichtung schon immer dazu. Wir erleben aber bereits seit vielen Jahren auch außerhalb der Waldorfpädagogik ein zunehmendes Interesse an unseren Angeboten.

Der Kunstbegriff von STOCKMAR ist ja ein ganz besonderer. Euer Hauptvertriebspartner Mercurius trägt ihn sogar im Namen – „Art makes Sense“. Die Sinne werden beim Kunstschaffen also nicht nur angesprochen, Kunst soll auch sinnstiftend sein?

Ganz genau, und zwar in einem umfassenden Sinne. Unser Verständnis von Kunst lehnt sich an Beuys an und folgt der Maxime „Jeder Mensch ist ein Künstler“ und kann dadurch gestaltend auf die Gesellschaft einwirken. Dieser Gestaltungswille ist dem Kind in die Wiege gelegt, und deshalb ist es so enorm wichtig, ihm hierfür Ermöglichungsräume anzubieten. Kinder sollten sich ganz in Freiheit und im künstlerischen Schaffen entwickeln können dürfen, und wir als STOCKMAR leisten dafür unseren Beitrag. Dabei verbinden wir ganz bewusst Geschlechter, Kulturen, Nationen, und das ist für uns die Verbindung zur Zukunft – über das Kind.

Der Einstieg in den künstlerischen Prozess ist aber auch gesellschaftlich relevant, denn das Kind lernt damit auch seine Gestaltungskräfte generell über das Malen und Plastizieren hinaus kennen und entwickeln. Deshalb hat Kunst bei uns nicht nur ästhetisch seine Berechtigung. Vielmehr bemühen wir uns auch im Miteinander und letztlich in unserem Verständnis von einem anderen Wirtschaften um ausreichend Raum für Kreativität und Sinnstiftung – wir nennen das „ästhetische Unternehmensführung“.

Wie sieht dieses andere Wirtschaften bei STOCKMAR genau aus?

Das fängt an bei unserem Selbstverständnis als Hersteller – wir orientieren uns schon immer am Menschen, nicht am Markt. Seinen institutionellen Ausdruck hat dieses Selbstverständnis mit dem Beitritt zur Neuguss-Gruppe im Jahr 1979 gefunden. Damit haben wir uns verpflichtet, einen Großteil unserer Gewinne über die Neuguss-Gruppe für gemeinwohlorientierte Zwecke zur Verfügung zu stellen. Und im übrigen werden bereits seit 1952 unsere Mitarbeitenden am Gewinn beteiligt. Aber auch mit unseren Partner:innen und Kund:innen pflegen wir ein dialogisches Mit- und Füreinander.

Du bist Geschäftsführerin und Mutter eines Kleinkinds. Wie gelingt bei STOCKMAR die Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

STOCKMAR versteht sich als Gemeinschaft, die dazu beitragen möchte, dass jedes einzelne Mitglied mit seinen individuellen Bedürfnissen getragen wird und sich entwickeln darf. Die Vereinbarkeit von Elternschaft und Verantwortungsübernahme ist ein ganz wesentlicher Bestandteil der oben schon erwähnten „ästhetischen Unternehmensführung“. So räumen wir jungen Eltern eine schrittweise Rückkehr ein, überhaupt sind die Arbeitszeiten gerade auch in der Corona-Pandemie nochmal flexibler geworden, wir hatten schon Stillkinder im Büro oder bei Terminen – all das funktioniert natürlich nur mithilfe der Unterstützung und Rücksichtnahme der gesamten Arbeitsgemeinschaft, Kolleg:innen und auch Partner:innen. Meine Tochter hilft mir zum Beispiel dabei, wacher für die tatsächlichen Bedürfnisse eines Kindes zu sein und dies auch in meine Arbeit einfließen zu lassen.

Ihr begeht im kommenden Jahr Euer 100-jähriges Jubiläum. Zeit, vor allem nach vorn zu schauen. Welche Herausforderungen bringt die Zukunft?

Die Herausforderungen des Betriebs ergeben sich aus den aktuellen Zeitfragen, und wir sollten grundsätzlich aufmerksam auf das Jetzt schauen. Nur so lässt sich eine Verbindung zur Zukunft aufbauen. Sicherlich werden wir im Jubiläumsjahr auch zurückblicken, aber unsere Haltung orientiert sich am Morgen. Ganz aktuelle Herausforderungen sind zum Beispiel Zuliefer- und Ressourcenbeschaffungsprozesse; viel wichtiger sind die Fragen, wie wir noch besser im Gleichgewicht von Ökologie, Ökonomie und Sozialem agieren können. Dies ist eine ständige Experimentierbewegung, insofern bleiben wir uns auch im 100. Geburtstagsjahr ganz einfach treu.

Liebe Inke, vielen Dank für das Gespräch und die spannenden Einblicke.

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