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Nur Mut! Singen für dein Kind tut einfach gut

„Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.“ Diesem Satz von Henry van Dyke möchten wir uns aus vollem Herzen anschließen und dich ermutigen, mit oder für dein Kind zu singen. Singen beruhigt, vermittelt Geborgenheit und Sicherheit – auch dir selbst. Dabei geht es nicht darum, dass jeder Ton richtig sitzt. Worauf es stattdessen ankommt und warum Singen so wichtig für uns ist, erläutert Monica Bissegger, Musiktherapeutin an der anthroposophischen Filderklinik in Filderstadt.

Interview

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Frau Bissegger, Sie arbeiten seit 1990 als Musiktherapeutin in einer anthroposophischen Klinik. Wie sind Sie selbst zur Musik gekommen?

Ich habe bereits im Kindergarten Flötenunterricht bekommen, und meine Flötenlehrerin ist für mich zu einer wichtigen Begleiterin durch meine Kindheit geworden. Seitdem habe ich immer Musik gemacht. Als mein Kindheitsfreund, mit dem ich oft zusammen musiziert habe, als Jugendlicher schwer erkrankte, entstand in mir der Wunsch, Musik auch therapeutisch einzusetzen.

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Warum ist Singen besonders für Kinder so wichtig? Reicht es nicht, eine CD mit Kinderliedern abzuspielen?

Die Mutter ist beim Singen unmittelbar für das Kind da. Mit dem Singen schenkt die Mutter dem Kind eine schützende Hülle, das Kind fühlt sich geborgen und in Sicherheit. Auch in der Klinik erlebe ich immer wieder, wie stark unsere Patienten sich als Mensch angesprochen fühlen, wenn ich für sie singe. Das geht nur mit der Stimme, von Mensch zu Mensch.

Singen ist ja auch ein schönes Gute-Nacht-Ritual.

Ja, Singen hat als Gute-Nacht-Ritual eine unglaubliche Wirkung. Über das Singen spürt das Kind die Zuwendung und Liebe der Eltern, es bekommt das Vertrauen, dass alles gut ist. So kann es loslassen und sich dem Schlaf anvertrauen. Und diese Wirkung ist umso stärker, je häufiger Sie ein Lied wiederholen. Für das Kind wird das Lied so zu seinem eigenen Lied, es fühlt sich damit ganz angesprochen. Eltern müssen sich also nicht bemühen, immer wieder neue Gute-Nacht-Lieder zu lernen.

Und natürlich wirkt das Singen auch auf den Vater und die Mutter. Es beruhigt, und diese Ruhe können die Eltern an ihr Kind weitergeben. Besonders abends, wenn das Kind müde vom Tag und unruhig ist, ist es gut, wenn die Eltern selbst ihre Ruhe bewahren und weitergeben.

Gibt es Lieder, die sich besonders für Kinder eignen?

Das hängt ganz von der Lebensphase ab, in der sich das Kind befindet. Müttern mit Frühgeborenen empfehle ich das Lied „Schutzengel mein“, ein so genanntes pentatonisches Lied, das ohne Halbtöne auskommt. Pentatonische Lieder bestehen aus nur wenigen Tönen, die von einem Mittelpunktston ausgehen und kaum vom Takt geprägt sind. Diese Lieder sind eher Klanggewebe, die sehr gut zur noch träumenden Stimmung eines Neugeborenen passen. Sie vermitteln ein wiegendes, ausgewogenes Gefühl.

Das heißt aber nicht, dass Sie als Mutter oder Vater ein pentatonisches Lied lernen müssen. Wenn Sie selbst als Kind ein Lied hatten, das Sie beruhigt hat und das Sie mögen, dann können Sie ebenso gut dieses nehmen. „Weißt du, wie viel Sternlein stehen?“ und „Der Mond ist aufgegangen“ sind wunderbare Wiegenlieder. Wenn Sie eine Verbindung zu einem Lied haben, ist das schön, denn so können Sie Ihre positiven Gefühle weitergeben. Und wenn nicht, wählen Sie einfach ein Lied, das Ihnen gefällt – die positive Verbindung stellt sich ein, wenn Sie es häufiger für Ihr Kind singen.

Je älter das Kind wird, desto komplexer können die Lieder sein. Das Kind entdeckt jetzt die Welt, und Lieder − etwa von fleißigen Handwerkern − können es dabei begleiten.

An dieser Stelle finden Sie eigentlich ein passendes Video. Leider dürfen wir Ihnen dieses erst anzeigen, wenn Sie die Marketing-Cookies für diese Webseite akzeptieren. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Welche Erfahrungen machen Sie bei Ihrer Arbeit mit Kindern an der Filderklinik?

In der Filderklinik arbeite ich häufig mit Frühgeborenen und ihren Müttern. Bei beiden geht es in erster Linie darum, Geborgenheit zu finden. Gerade die Mütter fühlen sich oft verunsichert nach dem Geburtserlebnis und wissen nicht, wie sie sich ihrem Kind, das ja sehr zart und klein ist, nähern können. Wenn sie sehen, wie ihr Kind auf die Kinderharfe und meinen Gesang reagiert, ist das für sie eine sehr positive Erfahrung. Schon wenige Klänge wirken auf das Kind beruhigend: Die ganz kleinen Kinder schlafen vielleicht ein, die etwas größeren versuchen, die Augen zu öffnen oder bewegen ihren Mund. Es ist wunderschön, das zu beobachten. Über diese Reaktionen lernt die Mutter ihr Kind besser kennen, und wenn genügend Vertrauen aufgebaut ist, ermutige ich sie, selbst mitzusummen. Für die Mütter ist das Singen etwas, mit dem sie ihrem Kind ganz direkt helfen können – ein schönes und einfaches Mittel gegen das Gefühl von Ohnmacht.

Was empfehlen Sie Eltern, die sich nicht an das Singen herantrauen, weil sie sich für unmusikalisch halten?

Fangen Sie langsam an, etwa mit Summen oder Tönen. Wichtig ist nur, dass es Ihre Stimme ist. Oft gehen wir automatisch in einen Singsang über, wenn wir mit sehr kleinen Kindern sprechen. Gehen Sie von diesem Singsang aus und weiten Sie ihn zu einem Tönen aus. Dies kann ruhig nah an der Sprechstimme bleiben. Wichtig ist die Wirkung, die das Tönen auf Sie hat und die Sie an Ihr Kind weitergeben.

Oft hilft es auch, wenn Sie bereits in der Schwangerschaft anfangen, für Ihr Kind zu singen. Wenn ich mit Schwangeren arbeite, unterstütze ich sie zuerst dabei, durch die Musik zu sich selbst zu kommen. Erst dann nehmen sie eine Verbindung zu ihrem Kind auf, indem sie für es summen, ganz ohne Sprache. Oder sie finden für sich einen oder zwei Sätze, die sie ihrem Kind sagen möchten, und geben diesen eine kleine Melodie. So legen sie einen Grundstein für Rituale, die ihr Kind viele Jahre lang begleiten und ihm Sicherheit und Halt schenken können.

Vielen Dank für das Gespräch!

Wir hoffen, dass wir dir mit diesem Interview Lust auf das Singen machen konnten. Und wenn du gleich zur Tat schreiten möchtest: Du findest hier eine Auswahl an schönen Kinderliedern, die Frau Bissegger auf der Harfe eingespielt hat, zum Download. Wir wünschen dir viel Freude beim Summen, Tönen oder Singen.

Weißt du, wie viel Sternlein stehen Melodie Text
Der Mond ist aufgegangen Melodie Text
Schutzengel mein Melodie Text
Nun kommt die gute Mutter Nacht Melodie Text

Weitere schöne Schlaf- und Kinderlieder findest du in den Büchern „Engel mein, Engel du“, Verlag Freies Geistesleben und „Lieder für den Kindergarten“, Verlag Freies Geistesleben.

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