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Natürlich gut gestrickt: disana

Von der Garage bis in die ganze Welt – was nach Silicon Valley klingt, findet sich im schwäbischen Lichtenstein wieder. Hier hat der Textilhersteller disana seinen Sitz. Von der Strickwindel bis zum Wollwalk-Overall: Unterhalb des romantischen Schloss Lichtensteins gelegen, beliefert das Familienunternehmen mittlerweile über 30 Länder mit seinem umfassenden Sortiment. Geschäftsführer Elmar Sautter, der gemeinsam mit seiner Schwester das Unternehmen leitet, nahm uns mit auf einen spannenden Rundgang.

„Bei dem Besuch konnten wir die Produktion hautnah erleben. Besonders interessant: Die alten Strickmaschinen aus den 50er-Jahren, die immer noch in Betrieb sind, und mittels Lochkarten die Muster übertragen. Der Großteil wird mittlerweile jedoch an modernen Maschinen gestrickt – die Textilien werden aber nach wie vor von Hand zusammengenäht.“

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Herr Sautter, Ihre Eltern haben das Unternehmen gegründet, jetzt übernehmen Sie in der zweiten Generation und liefern Ihre Produkte in 30 Ländern aus. Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Fangen wir mal von vorne an: Meine Mutter hat Anfang der 70er Jahre eine chlorfrei gebleichte Strickwindel ins Leben gerufen. Meine Schwester hatte als Baby die herkömmlichen Strickwindeln nicht vertragen – Alternativen gab es damals noch nicht. Die Folge: ein wunder Babypopo. Meine Eltern haben damals alles in der heimischen Garage an einer Strickmaschine gefertigt und eine chlorfreie Alternative entwickelt, sehr zur Freude meiner Schwester. Das Erfolgsrezept ist, denke ich, dass meine Eltern beharrlich und geduldig geblieben sind – denn nach einem Boom in den ersten Jahren, ist die Textilindustrie nach und nach hier in der Region eingebrochen. Neben der Strickwindel, die immer noch in unserem Sortiment ist, stellen wir heute eine Vielzahl von Kinderkleidung und Heimtextilien her.

In Ihren Produkten werden rein natürliche Rohstoffe verarbeitet. Woher beziehen Sie beispielsweise Ihre Wolle?

Unsere Wolle erhalten wir aus Patagonien, dort kennen wir die Farmen persönlich und können den hohen Bio-Standard sicherstellen. In dieser Region sind die Bedingungen für die kontrolliert biologische Haltung der Merino-Schafe am besten – die windigen Bedingungen sorgen auf natürliche Weise dafür, dass sie nicht von Ungeziefer befallen werden. So kann auch auf das heftig kritisierte Mulesing – also das blutige Einschneiden der Afterfalte – verzichtet werden. Unsere Farmen sind nach dem Global Organic Textile Standard, kurz GOTS, zertifiziert. An diesem Standard hat meine Mutter übrigens mitgearbeitet und wir waren eines der ersten Unternehmen überhaupt, die diesen eingeführt haben. Die Textilherstellung erfolgt dann komplett bei uns – deshalb können wir mit Stolz sagen „Made in Germany“.

Und was passiert mit Schnittresten, die nicht weiterverarbeitet werden können?

Generell achten wir darauf, so wenig Schnittreste wie möglich zu produzieren. Rund 18 %, was schon wenig ist, fallen jedoch immer weg. Aber auch dafür haben wir eine Lösung gefunden: Aus den Resten entsteht hochwertiger Wollfilz. Damit stellen wir weitere ausgesuchte Produkte, wie unsere Spiel- und Gymnastikmatten, her. Die sind bei Eltern sehr beliebt, da es beim Spielen auf dem Boden angenehm warm bleibt. Außerdem haben wir mittlerweile verschiedene kleine Filzelemente, wie Blumen, die wir als kleine Aufmerksamkeit beim Versenden in die Pakete mitgeben und die sehr gerne zum Basteln verwendet werden.

Auf Ihrer Webseite schreiben Sie, dass Sie auch Vorschläge Ihrer Kund:innen für neue Kleidung einbeziehen. Was war der letzte Vorschlag, den Sie umgesetzt haben?

Ganz neu haben wir jetzt einen Damen-Parka entwickelt, der tatsächlich auf Anregung einer Kundin entstanden ist. Wir stehen immer im engen Austausch mit unserer Kundschaft und freuen uns über neue Impulse. Selbstverständlich können wir nicht alles umsetzen, aber wenn eine gute Idee dabei ist, besprechen wir das gemeinsam im Team. Viele kennen uns über die Kinderbekleidung, mittlerweile produzieren wir aber auch für „die Großen“ einige Teile in Handarbeit.

Neu in Ihrer Kollektion ist der Kinderschuh – wieso haben Sie sich für den Schritt entschieden, auch Schuhe zu entwickeln?

Den Gedanken hatte ich tatsächlich schon länger. Denn was liegt näher, als neben Kinderkleidung auch das passende nachhaltig hergestellte Schuhwerk anzubieten? Auf der Suche nach einem kompetenten Partner sind wir dann schließlich mit der Firma Werner aus Pirmasens fündig geworden. Für das Obermaterial kommen übrigens auch unsere Schnittreste aus Wollfilz zum Einsatz. Gemeinsam mit hochwertigem Naturleder ist das für mich persönlich die beste Materialkombination.

Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Ich kann mir gut vorstellen, dass wir längerfristig mit eigenen disana-Läden zu den Leuten in die Städte kommen. Momentan haben wir einen schönen Laden im Nachbarort unseres Firmensitzes. Da testen wir schon ein paar Sachen aus. Und merken, dass das Konzept gut von den Familien angenommen wird. Denn – und das gilt auch für unsere Händler – es macht immer einen Unterschied, ob ich die Textilien selbst „erleben“ kann. Dazu kommt dann auch die passende Beratung und der Service. Wir bieten zum Beispiel auch einen Reparatur-Service an. Für uns ist es wichtig, dass unsere hochwertigen Kleidungsstücke lange verwendet und getragen werden können. Viele unsere Kund:innen sind handwerklich geschickt, daher können Ersatzteile, wie Knöpfe, separat bestellt und selbst angenäht werden. Das Angebot an Ersatzteilen wird deshalb auch kontinuierlich ausgebaut.

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