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Artenreichtum für Gärten und Wiesen - die Mahdgutübertragung

Artenreiche blühende Wiesen sind wunderschön anzuschauen – aber sie sind auch sehr selten geworden in unserer Zeit. Der Grund dafür ist, dass viele Flächen durch intensive landwirtschaftliche Nutzung überdüngt oder ausgelaugt sind. Generell lässt sich sagen: Je magerer ein Wiesenstandort ist, desto mehr Artenvielfalt könnt ihr dort antreffen.

Ran an die Sense

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Das richtige Saatgut …

Da habt ihr mehrere Möglichkeiten: Zum einen könnt ihr selbstverständlich Saatgut kaufen und ausstreuen. Das Wertvolle an einer artenreichen Wiese ist aber, dass dort heimische Pflanzen wachsen. Ihr braucht also Saatgut, das an die lokalen Gegebenheiten angepasst ist, sogenanntes autochthones oder gebietseigenes Saatgut. Es dient dem Erhalt und dem Schutz der biologischen Vielfalt und selbstverständlich dem natürlichen Pflanzenspektrum einer Gegend.

… findet ihr gleich nebenan.

Oder ihr sammelt euer Saatgut einfach selber. Vielleicht habt ihr eine eigene artenreiche Wiese in eurer Nähe, die ihr abmähen könnt oder kennt jemanden mit einer reich blühenden Wiese? Das Mahdgut legt ihr anschließend auf eure weniger artenreiche Fläche auf. Das nennt man dann Mahdgutübertragung. Bei der WALA haben wir viele Wiesenflächen, auf denen regelmäßig Monitoring betrieben wird. Monitoring bedeutet, dass geschaut wird, welche Pflanzen, Gattungen und Familien auf unseren Flächen vertreten sind. Wir beobachten unsere Wiesen ganz genau und wissen dann, welche Pflanzen mit den Jahren verschwinden und welche sich an unseren Standorten etablieren. Bei einer Fläche mit wenig Artenvielfalt haben wir dieses Verfahren der Mahdgutübertragung angewendet.

Mahdgutübertragung – so geht’s

Zuerst wird der Boden geöffnet. Das geht bei großen Flächen mit Maschinen und im Kleinen daheim selbstverständlich auch von Hand oder mit der Fräse. Sollte eine Fläche mit Wurzelunkräutern wie Ampfer oder Ackerkratzdistel bewachsen sein, solltet ihr die Fläche häufiger fräsen oder hacken, und zwar am besten im Sommer bei heißen Temperaturen, damit die Wurzeln und austriebsfähigen Pflanzenteile absterben. Hierbei solltet ihr besonders sorgfältig arbeiten; nehmt euch Zeit dafür. Je sauberer ihr die Wildkräuter beseitigt, desto leichter hat es später eure Wiesenfläche – und ihr selbstverständlich auch. Ohne dieses Großreinemachen würden die Wildkräuter eure frisch keimenden Pflanzen überwuchern, und die ganze Mühe war umsonst. 

Jetzt könnt ihr das artenreiche Wiesenstück mähen. Wenn die Fläche groß ist, nehmt ihr einen Balkenmäher, ansonsten reicht auch eine Sense oder Hand-Heckenschere. Achtet darauf, dass dabei möglichst wenig Saatgut ausfällt. Das geschnittene Material bringt ihr anschließend auf eure Fläche und legt es dort fünf bis fünfzehn Zentimeter hoch aus. Nach zwei bis acht Tagen könnt ihr die Gräser wenden, damit möglichst viele Samen auf den Boden fallen können. Länger als zwei Wochen solltet ihr das Material nicht auf der Wiese liegen lassen, da diese sonst durchwächst oder die Grasauflage – besonders bei feuchtem Wetter – zu gammeln anfängt. Sollten sich wieder Unkräuter entwickeln, müsstet ihr noch zwei- bis viermal mähen, damit die unerwünschten Pflanzen absterben.

Artenvielfalt – eine Herzenssache

Wahrscheinlich habt ihr es schon beim Lesen gemerkt: Der Erhalt der heimischen Artenvielfalt ist eine große und wichtige Aufgabe – und die kann auch ein bisschen anstrengend sein. Den Menschen in der WALA, aber ganz besonders uns WALA Gärtnern, liegt diese Aufgabe sehr am Herzen. Mit viel Hingabe kümmern wir uns um unsere Wiesenflächen und haben sie ständig im Blick. Schließlich sind sie wichtige Lebensräume, und das nicht nur für Pflanzen und Insekten. Wir WALA Gärtner brauchen artenreiche Wiesen auch aus ganz anderen Gründen: Sie dienen in unserem Heilpflanzengarten als wichtige Biodiversitätsflächen. Denn in den Wiesen leben Schädlinge, und wo es Schädlinge gibt, sind Nützlinge meist auch nicht weit. Bei der WALA verwenden wir keine Spritzmittel, und deshalb sind wir auf die Mithilfe all unserer kleinen und großen Gartenbewohner angewiesen.

Ich wünsche euch einen blütenreichen Sommer!

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