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Das gesunde Pausenbrot

Bei meinen Kolleginnen in der WALA ist das Thema ein Dauerbrenner: Was gebe ich meinem Kind mit in die Schule? Gesund soll der Snack sein, schön satt machen und natürlich lecker sein, sonst kommt das Kind nachmittags völlig ausgehungert nach Hause und die Brotdose ist trotzdem noch voll. Und nicht nur für meine Kolleginnen scheint das ein Problem zu sein, in Buchhandlungen finden sich ganze Regale zu diesem Thema und meine Internetrecherche lässt mich über die Bilder von aufwendigen Pausenbroten staunen. Ich bin baff. Müssen Mütter und Väter morgens wirklich noch früher aufstehen, um ihre Bento-Boxen mit handgeschnitzten Gemüsekunstwerken zu füllen? Hat die gute alte Stulle ausgedient? Zeit, mal mit Frau Dr. Kühne vom Arbeitskreis für Ernährungsforschung e. V. in Bad Vilbel zu sprechen.

„Gestresste Eltern aufgepasst - Ihr könnt eure Schnitzmesser zur Seite legen. Wieso? Mein Gespräch mit Frau Dr. Petra Kühne, Diplom-Trophologin und Vorstandsvorsitzende des Arbeitskreises für Ernährungsforschung e. V. über das gesunde Pausenbrot war spannend und es gibt wirklich gute Nachrichten.“

Interview

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Frau Dr. Kühne, warum ist ein gesunder Pausensnack überhaupt so wichtig?

Schülerinnen und Schüler sind oft viele Stunden in der Schule. Da brauchen sie ein zweites Frühstück, um leistungsfähig zu bleiben. Noch wichtiger ist natürlich das erste Frühstück, viele Kinder gehen ja sogar ganz ohne zur Schule. Manche Schulen bieten Pausenbrote an, die von älteren Schülern belegt und verkauft werden, das ist natürlich praktisch. Wenn eine Schule dieses Angebot aber nicht hat, bleibt oft nur der Gang zum nächsten Bäcker, zumindest für die Größeren, und dort gibt es dann leider oft nur ein Brötchen mit Schokokuss.

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Was braucht ein Kind, um leistungsfähig zu bleiben?

Es muss mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt sein, und tatsächlich ist ein belegtes Brot da eine gute Wahl. Das Brot liefert Kohlenhydrate, die sind wichtig für das Gehirn und die Muskeln. Käse oder ein Brotaufstrich, zum Beispiel aus Linsen, liefern Fett und Eiweiß, die Grundversorgung für den Nährstoffhaushalt. Und mit einem Stück Gemüse dabei bekommt das Kind auch noch die notwendigen Vitamine.

Worauf sollte man achten, wenn man das Pausenbrot vorbereitet?

Man sollte immer bedenken, dass das Brot einen weiten Weg zurücklegen muss. Wenn etwas morgens auf dem Tisch appetitlich aussieht, heißt das noch lange nicht, dass es Stunden später noch genauso aussieht. Aufwändige Deko zum Beispiel überlebt den Tag oft nicht. Und dunkles Brot eignet sich besser als Toastbrot, das wird schnell lappig. Gut ist eine Brotdose mit Fächern, da kann man das Obst oder Gemüse getrennt vom Brot lagern, dann weicht es nicht so auf. Butterbrotpapier geht natürlich auch, aber damit ist das Brot nicht geschützt, zerdrückt leicht und sieht dann nicht mehr appetitlich aus.

Ein gutes Pausenbrot braucht etwas Vorbereitung. Die Eltern sollten es einfach so machen, wie es am besten in ihren Ablauf passt. Wenn morgens immer wenig Zeit ist, spricht nichts dagegen, das Brot schon abends vorzubereiten und kühl stellen.

Und wie kriegt man es hin, dass das Kind das Brot auch isst?

Am besten, man macht beim Pausenbrot keine Experimente. Die Eltern sollten das Brot und den Belag nehmen, den das Kind auch zuhause gerne isst. Eltern haben oft Angst, dass das auf Dauer zu langweilig ist, aber das stimmt nicht. Kinder brauchen keine Abwechslung, da gehen die Eltern zu sehr von sich selbst aus. An besonderen Tagen können auch mal ein paar Nüsse, ein Fruchtriegel oder ein paar Trockenfrüchte mit in die Dose. Das ist in jedem Fall besser als Süßigkeiten, sollte aber eine schöne Ausnahme bleiben, denn auch in Fruchtriegeln steckt ja eine Menge Zucker. Kinder lieben alles, was süß ist, aber sie gewöhnen sich auch schnell daran, und dann ist es nichts Besonderes mehr.

Auch für Getränke gilt: Wenn das Kind daran gewöhnt ist, Wasser zu trinken, kann man ihm jeden Tag Wasser mit in die Schule geben. Alternativen sind ungesüßte Tees oder seltener eine Schorle.

Schön ist es, wenn es in der Schule ein gemeinsames Frühstück gibt, zumindest in den unteren Klassen. Wenn es eine Zeit gibt, in der die Kinder zusammen essen und ihre Pausensnacks tauschen können, macht das Essen mehr Spaß. Eltern können auf den Elternabenden anregen, dass so ein Frühstück in der Klasse ihres Kindes eingeführt wird. Und die Lehrerin oder der Lehrer kann Regeln einführen, z. B. dass Süßigkeiten und Kuchen nicht in die Brotdose gehören.

Bei älteren Schülern ist es irgendwann einfach uncool, ein Pausenbrot mit in die Schule zu nehmen, da können die Eltern wenig dagegen machen. Aber wenn schon früh die Basis für eine gesunde Ernährung gelegt wurde, dann wirkt das weiter, auch wenn die Kinder größer sind.

Muss es denn immer ein Brot sein?

Nein, natürlich nicht. Wenn am Vortag etwas übriggeblieben ist, das man mit in die Schule geben kann, dann ist das natürlich auch gut. Mir fallen da Bratlinge ein oder kleine Pfannkuchen. Mit einem Stück Papier dazwischen lassen die sich gut transportieren. Aber bitte vergessen Sie die Serviette nicht, ansonsten gibt es eine Menge Fettflecken auf den Heften. Man muss aber nicht extra Pfannkuchen für die Schule backen. Es gibt zwar viele Bücher zum Thema kreative Brotboxen, aber die sind eher für Eltern geschrieben als für Kinder. Wichtig ist, dass es dem Kind schmeckt und in den Tagesablauf passt.

Frau Dr. Kühne, vielen Dank für das Interview!

Na also, das sind wirklich gute Nachrichten für meine Kolleginnen in der WALA und für alle gestressten Eltern dort draußen: Entspannt euch! Eure Kinder brauchen gar nicht so viel Abwechslung! Ihr könnt eure Schnitzmesser zur Seite legen – es sei denn, es macht euch einfach Spaß. So, jetzt habe ich irgendwie Lust auf ein leckeres belegtes Brot bekommen, leider muss ich mir das aber wohl selbst machen...    

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