WALA Arzneimittel

Der Wald kommt in den Hustensaft

Für die Herstellung des Plantago Hustensafts* brauchen wir pro Jahr mehr als eine Tonne Fichtentriebspitzen. Die Fichten wachsen weder in unserem Garten noch auf unseren Feldern, sondern mitten im Wald. Auf der Suche nach neuen Sammelplätzen wird unser Wildsammler im Schwarzwald, fündig. Dort zeigen sich bereits deutliche Spuren des Klimawandels.

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Wo die Fichten wachsen

Der dichte Fichtenbestand und die Nähe zur WALA machen sowohl den Schurwald als auch den Schwarzwald zu idealen Sammelplätzen für Fichtentriebspitzen. Einst hat Orkan Lothar hier abgeräumt, inzwischen sind im Schurwald und im Schwarzwald Wälder mit vielen jungen Bäumen nachgewachsen. Die meisten der Sammelplätze hat Martin Kienzler selbst gefunden. Bevor ein Sammelplatz genutzt werden kann, müssen verschiedene Kriterien erfüllt werden, beispielsweise darf in einigen Gebieten nicht gesammelt werden, da zur Erntezeit dort auch das Auerhuhn brütet. Die Förster der Region halfen Martin Kienzler und seinem Team deshalb dabei, geeignete Flächen zu finden. Die enge Zusammenarbeit mit den Zuständigen vor Ort ist wichtig für eine Wildsammlung, die immer vorab beantragt und genehmigt werden muss.

Eine gute Lage

Der Erntezeitpunkt spielt eine wichtige Rolle: Denn die jungen Triebe, die geerntet werden, gewinnen schnell an Länge. Dadurch entsteht ein kurzes Erntefenster, weshalb die Wildsammler in höhere Lagen vorstoßen müssen. Aus diesem Grund sind die Wildsammler auch in sehr unterschiedlichen Höhenlagen unterwegs: von 400 bis 1.100 Meter Höhe. Das hat wiederum den Vorteil, dass sie schon früh im Jahr ernten können und sich die Herstellung unseres Auszuges aus Fichtentriebspitzen über einen längeren Zeitraum verteilen lässt.

Sollten wir in der Fichte ein Brutvogelnest entdecken, müssen wir die Ernte sofort beenden.

Fichtentriebspitzen

Immer nur die jungen Triebe

Die jungen Fichten machen Martin Kienzler und seinem Team das Ernten leicht, weil ihre Äste gut erreichbar sind. Die Wildsammler streifen von Hand immer nur die frischen hellgrünen Triebspitzen in einer Länge von drei bis fünf Zentimetern ab – der Leittrieb an der Spitze und der oberste Astkranz sind tabu. So stellen sie sicher, dass die Fichten unbeschadet weiterwachsen und sich gut entwickeln können.

Die Forstbezirksleitung gibt ein manuelles Beernten vom Boden aus vor. Der Einsatz von Leitern oder Steighilfen ebenso wie das Verwenden von Hilfsmitteln zum Herunterziehen der Äste sind nicht erlaubt. Zudem muss die Ernte sofort beendet werden, sollten die Wildsammler in der Fichte ein Brutvogelnest entdecken.

Die Fichten sind überraschend vielfältig: Fichte ist nicht gleich Fichte.

Im Bann des Waldes

Für die Ernte der Fichtentriebspitzen in Loffenau hat sich Martin Kienzler helfende Hände organisiert. Eine Mitarbeiterin der WALA Tochter naturamus beschreibt ihren Einsatz so: „Mit jedem Schritt in den Wald hinein spüre ich, wie es wilder, ursprünglicher, unberührter wird. Während langer Phasen bin ich so tief im Wald, dass ich nur Wald um mich herum wahrnehme.“

Sie berichtet weiter: „Wir sprechen uns ab, wer auf welcher Seite des Weges, wer an welchem Hangstück sammelt, und dann ist jede:r für sich unterwegs. Die Fläche, auf der wir sammeln, ist so groß und der Wald so dicht, dass man tatsächlich auch für sich alleine im Wald ist und die Kolleg:innen nur zufällig trifft, wenn man zeitgleich aus dem Wald kommt, um den Korb zu leeren. Eindrücklich ist, wie man in dieser Zeit in den Wald eintaucht. Viel Leben zeigt sich hier, auch in vermeintlich toten Räumen.

Die Fichten sind überraschend vielfältig. Über den Tag mache ich die Erfahrung, dass Fichte nicht gleich Fichte ist. Die Nadeln sind mal weich und biegsam, mal hart und spitz, es gibt lange und kurze, hellgrüne oder gelbliche. Die Triebspitzen wachsen nicht gleichmäßig verteilt ringsum an den Bäumen, sondern häufig nur an wenigen Ästen eines Baumes, manche Bäume haben auch gar keine frischen Triebe. Schmecken tun sie hervorragend – frisch, etwas säuerlich, leicht harzig-ätherisch, und sie duften sehr würzig.“

Der Klimawandel ist sichtbar

Der Schurwald und der Schwarzwald sind gute Plätze, die Martin Kienzler so lange wie möglich nutzen möchte. Dennoch hält er bereits nach neuen Sammelstellen Ausschau. Denn der Klimawandel beeinflusst auch seine Arbeit.

Ein Blick auf die Hänge des Schwarzwalds und den Schurwald verrät, welche Spuren die letzten Sommer hinterlassen haben: Die Nadelbäume sind teilweise sehr braun und machen einen geschwächten Eindruck. Ein weiterer natürlicher Feind ist die Verbreitung des Borkenkäfers, der sich im milderen Klima wohl fühlt und die Bäume zum Absterben bringt. Martin Kienzler beobachtet die veränderten klimatischen Bedingungen nicht nur im Wald, sondern auch auf Bergwiesen. Die Arnika zum Beispiel fühlt sich tendenziell in immer größeren Höhen wohl.

Wertvolle Heilkräfte

Durch ihre ätherischen Öle entfalten die Nadeln der Fichte (Picea abies) eine wärmende und schleimlösende Wirkung. Wir verarbeiten ihre jungen Triebe zu einem Sirup und kombinieren ihn für unseren Plantago Hustensaft* mit Pestwurz (Petasites hybridus) und dem namengebenden Spitzwegerich (Plantago lanceolata). So erhalten wir ein natürlich wirksames Arzneimittel, das den Hustenreiz lindert, Schleim löst und die Bronchien entspannt.

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Plantago Hustensaft

Plantago Hustensaft, Sirup. Anwendungsgebiete gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis. Dazu gehören: Harmonisierung von Atmungs- und Schleimbildungsvorgängen bei katarrhalisch-entzündlichen Erkrankungen der Luftwege und zur Auswurfförderung (Expektoration), z.B. Bronchitis, Lungenentzündung (Bronchopneumonie), Bronchialasthma. Warnhinweise: Enthält Saccharose (Zucker). Hinweis: 15 ml Sirup enthalten 7,1 g Saccharose (Zucker). 5 ml Sirup enthalten 2,4 g Saccharose (Zucker). Stand: September 2025. WALA Heilmittel GmbH, Dorfstraße 1, 73087 Bad Boll, DEUTSCHLAND. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

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