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Unterwegs

Fahrradreisen mit Kindern

Wer kennt das nicht – Vor der Zeit mit Kindern waren der Lust aufs Reisen keine Grenzen gesetzt – sowohl in der Wahl des Reiseziels als auch der Aktivität am jeweiligen Reiseort. Mit kleinen Kindern ändert sich die Gestaltung von Urlauben und man muss versuchen, die unterschiedlichen Bedürfnisse innerhalb der Familie in Einklang zu bringen.
Da wir unsere Fahrräder schon immer viel und gerne als Fortbewegungsmittel nutzen, kam schnell die Idee auf, als Familie ein paar Tage mit dem Radl loszuziehen. Der Reiz daran offenbarte sich sehr schnell: Das ungezwungene Unterwegssein draußen in der Natur und mit wenig Gepäck, der tägliche Aufbruch ins Ungewisse, die Überraschungen unterwegs und natürlich jeden Abend das Gefühl, als Familie gemeinsam etwas geschafft zu haben. Dabei ist es erst einmal gar nicht nötig, in die Ferne zu schweifen, man kann hier auch unvergessliche, kurze Abenteuer vor der Haustür erleben.

Tourenplanung vorab

Lass andere teilhaben

Zwei Kinder sitzen auf einer Bank und blicken in ein Tal mit Fluss

Die Dauer der Reise

Auch die Dauer der Reise will gut überlegt sein – gerade, wenn ihr die Art des Reisens erst einmal ausprobieren wollt, bietet es sich an, bspw. zunächst ein verlängertes Wochenende zu planen. Ist man dann schon eingespielter bzw geübter in den Abläufen, kann die Reise ausgedehnt werden. In jedem Fall ist es wichtig, die jeweiligen Etappenlängen unbedingt an das Alter der Kinder und ihr Können bzw Durchhaltevermögen anzupassen. Daher solltet ihr gerade anfangs eher kürzere Tagesetappen planen. Bei längeren Unternehmungen ist es auch absolut sinnvoll, genügend Ruhetage an schönen Orten einzuplanen.

Die Wahl des Reiseziels

Bevor man sich auf eine Radreise begibt, gilt es natürlich, zunächst einige grundlegende Fragen zu klären. Die Wahl des Reiseziels hängt vor allem von der Dauer der Unternehmung sowie dem Alter der Kinder ab. Solange die Kinder noch klein sind, empfehlen wir, sich auf möglichst flache Strecken zu beschränken. Hier bieten sich die vielen Radwege entlang von Flüssen (z.B. Altmühl, Donau, Iller, Lech), Seen (z.B. Bodenseeradweg, Mecklenburgische Seenplatte) oder auch der Küste (z.B. Ostseeradweg) an, vor allem da man immer die Möglichkeit einer Badepause nutzen kann. Größere Städte würden wir dabei immer versuchen zu meiden, da in dicht besiedelten Räumen das Radfahren mit Kindern absolut keinen Spaß macht.

Kind schläft im Fahrradsitz
Zwei Fahrradfahrer lehnen am Geländer einer Brücke

Die Anreise

Je nachdem wo es hingeht, kann sich eine Anreise per Bahn bewähren: Man kann so gänzlich auf das Auto verzichten und muss auch nicht an den Ausgangspunkt zurück fahren, sondern kann bequem am Endpunkt der Reise wieder in den Zug steigen. Allerdings ist eine Reise mit einem oder sogar zwei Fahrradanhängern in den Fernzügen der Deutschen Bahn oft mühsam, da viele Züge nicht darauf ausgelegt sind und nur begrenzt Fahrradstellplätze anbieten. Bei einer Anreise mit dem PKW kann auch ein Elternteil am Ende zum Ausgangspunkt zurück fahren und das Auto holen.

Die Art der Unterkunft

Elementar ist die Art der Unterkunft: Entscheiden müsst ihr euch zwischen festen Unterkünften (Pension, Hotel, Jugendherberge) oder der Übernachtung im Zelt auf dem Campingplatz. Wollt ihr im eigenen Zelt übernachten, bietet das unvergessliche Erlebnisse für die Kinder, es etabliert sich eine feste Struktur (Zelt aufbauen, Essen kochen, morgens wieder abbauen) und man ist unterwegs deutlich flexibler. Denn für ein Zelt ist auf den Campingplätzen selbst in Ferienzeiten eigentlich immer Platz.

Zwei aufgebaute grüne Zelte auf einem Campingplatz

So können die Etappenlängen je nach Tagesform auch spontan variiert werden, sofern es auf der Route genügend Campingplätze gibt (Trotzdem empfiehlt es sich, vorher beim Campingplatz anzurufen). Dafür müsst ihr natürlich deutlich mehr Gepäck einplanen (Zelt, Schlafsäcke, Isomatten, Kocher, Geschirr, Essen) und seid auch eher schlechtem Wetter ausgeliefert. Die Wahl fester Unterkünfte bietet den großen Vorteil, dass ihr nicht so viel mitschleppen müsst und ihr definitiv immer eine trockene Nacht verbringen könnt. Allerdings sollten gerade in der Ferien die Unterkünfte vorher gebucht werden. Das hat den Nachteil, dass ihr auf das Erreichen des Tagesziels zwingend angewiesen seid.

Zwei Fahrräder lehnen am Baum am Rande eines Bergsees

Zusätzlich ist es sehr nützlich, wenn ein Elternteil einen Gepäckanhänger zieht. Hier gibt es mittlerweile sehr geräumige Modelle, die auch die komplette Campingausrüstung fassen und ein Laufrad oder kleines Kinderrad kann auch mal obenauf gespannt werden, wenn die Kleinen im Kinderanhänger oder Kindersitz pausieren wollen. Alternativ könnt ihr aber auch auf ein Lastenrad zurückgreifen bzw. euer Gepäck in verschiedenen Packtaschen (Gepäckträgertaschen, Vorderradtaschen, Rahmentaschen, Lenkerrollen,…) verstauen. Die Packtaschen sollten aber in jedem Fall unbedingt wasserdicht sein!
Ob ihr euch generell auf eure Muskelkraft als Antrieb verlasst oder auf E-Bikes zurückgreift, bleibt euch selbst überlassen – jedenfalls kommt ihr mit einem „Biobike“ durch das viele Gepäck auch bei kürzeren Etappen und einem kindgerechten Tempo auf eure Kosten!

Im Vorhinein eine Packliste zu erstellen, ist sicherlich sinnvoll, bei der Erstellung könnt ihr euch zahlreiche Tipps aus dem Netz holen. Die Mitnahme einer Reiseapotheke mit den grundlegenden Erste Hilfe Materialien und Arzneimitteln ist aber obligatorisch!

Die Fahrradkonstellation

Stellt sich zuletzt noch die Frage nach der Fahrradkonstellation. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die vor allem auch abhängig vom Alter der Kinder sind. Sind eure Kinder noch so klein, dass sie noch nicht selbst Fahrradfahren können, empfiehlt sich eine Kombination aus Fahrradsitz und Kinderanhänger. Im Kinderanhänger sind die Kleinen geschützt und können auch mal ein Buch anschauen oder Mittagsschlaf machen. Oft halten sie es aber nicht allzu lange im Hänger aus, dann können sie in den Sitz wechseln, wo sie deutlich mehr sehen und ihr auch besser mit ihnen kommunizieren könnt. Können die Kinder dann schon zumindest streckenweise selbst fahren, gibt es auch die Möglichkeit, sie zeitweise mit einem FollowMe oder einem Abschleppseil zu entlasten.

Ein Fahhrad lehnt an einem Baum und eine Fahrradfahrer fährt entlang eines Radwegs im Wald

Unterwegs

Ihr seht, die Vorbereitungen für eine Radreise sind nicht unbeachtlich, egal ob ihr nur drei Tage oder zwei Wochen unterwegs seid. Geht es dann endlich los, müsst ihr aber auch unterwegs einige Dinge beachten, um die Reise so angenehm und erlebnisreich wie möglich zu gestalten:

Wetter: Checkt jeden Morgen vor dem Losfahren noch einmal den aktuellen Wetterbericht, so könnt ihr eure Pausen ggf. in Zeiten mit Regen einplanen.

Pausen: Gerade mit Kindern ist es unerlässlich, genügend Pausen einzuplanen, damit die Motivation erhalten bleibt. Hier hat sich bewährt, attraktive Plätze anzusteuern (Eisdielen, (Wasser-)Spielplätze, Badestellen,…), welche ihr euch auch schon vorher überlegen und gezielt anfahren könnt. So könnt ihr die Tagesetappen noch einmal in kleinere Segmente unterteilen.

Zeitplanung: Vor allem, wenn ihr mit dem Zelt unterwegs seid, müsst ihr genügend Zeit für die alltägliche Routine einplanen (Frühstück, Zelt abbauen, Zelt wieder aufbauen, Abendessen kochen), unterschätzt nicht, wie viel Zeit dafür ins Land geht! Die Tagesetappen dementsprechend anpassen.

Routenwahl: Bleibt mit Kindern am besten so viel wie möglich auf Radwegen oder kleinen Nebenstraßen! Je weniger Autoverkehr, desto entspannter die Reise!

Navigation: Die bekannten Fluss- oder Seenradwege sind in der Regel sehr gut ausgeschildert. Trotzdem ist es sinnvoll, eine Karte und einen Track auf dem GPS oder dem Handy dabei zu haben.   Denn zusätzliche Umwege sind unnötig und können bei Kindern zu großem Unmut führen. Größere Kinder kann man auch schon in die Wegfindung miteinbinden.

Verpflegung: Packt euch genügend Unterwegsverpflegung (Obst, Riegel, Leckereien) und Wasser ein. Je nach Routenwahl können die Strecken zwischen den Einkaufsmöglichkeiten oft lang sein. Mittlerweile gibt es aber an den Radwegen immer mehr Hofläden oder Automaten, an denen ihr euch mit Snacks oder kühlen Getränken versorgen könnt.

Kleidung: Die Kleidung wählt ihr natürlich der Jahreszeit angepasst. Regenklamotten solltet ihr aber immer dabei haben, auch die besten Wetterberichte können nicht alle Gewitter und Regenschauer vorhersagen. Trotzdem gilt: Beschränkt euch mit der Mitnahme auf das Wesentliche, ihr werdet froh sein, wenn ihr möglichst wenig Gewicht herumfahren müsst!

Praktische Tipps

  • Schotterwege sind zwar schön zu fahren, für die Handgelenke der Kinder aber oft sehr anstrengend, wenn es zu hoppelig wird
  • Wenn ihr mit dem Auto zum Ausgangspunkt fahrt, kann am Ende ein Elternteil das Auto holen (per Rad oder ÖV), während die Restfamilie noch einen entspannten Urlaubstag am Zielort geniessen kann
  • Seid ihr mit dem Zelt unterwegs, nehmt noch ein Tarp mit, so habt ihr bei Regen noch eine zusätzliche Überdachung bzw bei Hitze zusätzlichen Schatten vor dem Zelt
  • Auch wenn der Stauraum begrenzt ist, packt noch ein paar kleine Spielsachen bzw. Bücher ein (für die Zeit im Kinderanhänger, bei den Pausen oder während die Eltern das Abendessen kochen)
  • Achtet darauf, dass die Kinder ein ordentliches Radl fahren. Gute Kinderräder sind zwar recht teuer, aber die Kleinen tun sich mit leichten Rädern deutlich einfacher. Hier lohnt sich auch immer ein Blick auf den Gebrauchtmarkt.

Nach so viel Vorbereitung könnt ihr es sicher kaum erwarten, endlich loszuziehen und in die Pedale zu treten! Der nahende Frühsommer mit den langen Wochenenden bietet sich ja nahezu an, um so eine Radreise auszuprobieren. Und gerade wenn ihr zusammen mit dem Radl unterwegs seid, ist der Weg das Ziel, denn egal welche Strecke ihr wählt – tolle Erlebnisse sind garantiert!

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Frühling – der ungestüme Freund

Picknick im Grünen, Osterbasteleien im Kindergarten. Wie gut es tut, nach der Dunkelheit und Kälte mal wieder länger mit der Familie nach draußen zu gehen, in den Park oder in den Wald. Jeder Spaziergang wird zur Entdeckungsreise, denn die Natur wandelt sich täglich. Und sie bringt uns einiges mit, zum Beispiel frische Köstlichkeiten für die Küche und eine Fülle von Inspiration und Material zum Basteln.

Anregungen wie ihr den Frühling erleben könnt, findest du hier im Naturwichte Blog. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Jahreszeitentisch oder einem Osternest im Grünen? Lass dich überraschen.

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