WALA Arzneimittel
WALA Arzneimittel Pflege Zuhause Unruhe und Angst

Pflege zu Hause: Angst nehmen, Ruhe vermitteln

Wenn du einen Menschen pflegst, werden dir irgendwann Unruhe oder Angstzustände begegnen. Denn Angst ist etwas durch und durch Menschliches. Sie macht hellwach und ermöglicht Lösungsstrategien. Sie macht aber auch schlaf- und mutlos, wenn die Kräfte fehlen, sich der eigenen Angst zu stellen. Und das ist bei Pflegebedürftigen oft der Fall. Als Begleitperson kannst du viel tun, um Ängste zu nehmen und Ruhe zu schenken. Du brauchst ein wenig detektivisches Geschick, viel Verbindlichkeit – und die Tipps von Pflege-Expertin Gerda Zölle.

Ursachen innerer Unruhe ergründen

Unruhe kann Vorfreude sein auf einen lang ersehnten Besuch. Dann hat sie etwas positiv Stimulierendes und klingt von alleine wieder ab. Unruhe kann aber auch anzeigen, dass ein Mensch unbequem liegt, auf die Toilette muss, schlecht Luft bekommt, die Gegenwart eines anderen oder Geräusche als störend wahrnimmt. Schließe als Erstes derart naheliegende Faktoren aus: Spreche mit dem Pflegebedürftigen, ändere die Lage, biete einen Toilettengang an, lüfte, vermindere äußere Reize. Wenn sich die Unruhe nicht bessert, solltest du weiter forschen. Denn hinter der Unruhe können auch Sorgen oder Ängste stecken.

Sorgen und Ängste ernst nehmen

Sorgen, dass Angehörige mit der Pflege überlastet sind oder sich die Kinder ums Erbe streiten könnten. Derartige Sorgen führen leicht dazu, dass die Gedanken in Endlosschleifen kreisen und einen Menschen um den Schlaf bringen. Der Übergang zur Angst ist fließend: Angst vor einer Diagnose, vor einem Umzug, vor finanziellen Engpässen, vor dem Tod.

Bei pflegebedürftigen Menschen können auch vermeintlich kleine Veränderungen Angst auslösen, eine neue Bezugsperson etwa oder das Umstellen der Möbel im Zimmer. Wann immer möglich solltest du das Gespräch suchen und behutsam nach Sorgen oder Ängsten fragen. Da viele Menschen – ob pflegebedürftig oder nicht – ungern über ihre Ängste sprechen, wirst du vielleicht keine klärenden Antworten bekommen. Dann kannst du nach körperlichen Anzeichen Ausschau halten, die Angstzustände anzeigen.

Typische Anzeichen für Angst:

  • Herzrasen
  • Zittern
  • Enge in der Brust
  • veränderte Atmung bis hin zu Atembeschwerden
  • Schweißausbrüche
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • starre Mimik und Körperhaltung
  • abwehrendes Verhalten (vielleicht sogar ein körperlicher oder verbaler Angriff)

„Angst ist immer ein Erstarren und geht mit Kälte einher. Um diesen Zustand wieder aufzulösen, benötigt man physische oder seelische Wärme.“

Gerda Zölle

Die Angst hat zwei Zeiten
Sie speist sich aus Vergangenem, das unbearbeitet geblieben ist, und sie reicht in die Zukunft, die als bedrohlich empfunden wird. Für die Aufarbeitung von Vergangenem braucht es in der Regel therapeutische Profis. Die nahe Zukunft können auch Freunde und Familie aufhellen.

Was hilft?

Gespräche helfen, selbst wenn sie nicht bis zu den Ursachen der Angst vordringen, sondern einfach vermitteln: Ich bin für dich da. Das Gefühl, einen Ansprechpartner zu haben, beruhigt. Das Gleiche gilt für Berührungen. Mit einer Auflage, einem Handbad oder einem Sohlenabstrich – also mit zarten, fast schwerelosen Angeboten, die den Empfänger nicht zu sehr bedrängen – kannst du Berührungen mit einem therapeutischen Aspekt kombinieren.

Und auch Rituale geben Sicherheit. So können Familienmitglieder reihum an einem festen Tag zu Besuch kommen oder zur immer gleichen Zeit (z. B. eine halbe Stunde vor dem Abendessen) den pflegebedürftigen Angehörigen anrufen. Selbstverständlich sind auch andere Rituale möglich: Vielleicht liest du eine Geschichte Kapitel für Kapitel vor. Wenn ihr euch zu mehreren abwechselt, ist der Aufwand für jeden Einzelnen überschaubar. Für den umsorgten Menschen aber bedeutet der verlässliche Rahmen einen großen Halt. Wichtig ist dabei, dass du dein Angebot verbindlich erfüllst, sonst kann sich die Angst sogar vergrößern.

Die Angst der Pflegenden
Angst ist kein Vorrecht pflegebedürftiger Menschen. Als pflegende Angehörige hast du wahrscheinlich mitunter selbst Angst: vor der eigenen Courage, vor Scham und Ekel, vor dem Tag, an dem es zu Hause nicht mehr geht. Wer Angst hat, braucht ein Gegenüber. Das kann die Familie sein, das können der Pflegedienst oder eine Beratungsstelle sein. Stelle deine Fragen und holen dir Unterstützung.

WALA Arzneimittel Pflege Zuhause Unruhe und Angst Begleitung

Tipps zur Behandlung von innerer Unruhe und Angst

Tipp 1: ein Sohlenabstrich

Mit einem Sohlenabstrich, das ist eine besondere Form der Fußeinreibung, kannst du einen pflegebedürftigen Menschen erden, ihn wieder ganz zu sich und somit zur Ruhe kommen lassen. Als Substanzen eigenen sich verschiedene Öle, siehe Kasten. Und so geht’s:

Platziere den Daumenballen in die Mitte des Fußes direkt unterhalb der Zehen und streiche sanft die Fußsohle hinab und über die Ferse hinaus, bis deine Hand auf der Matratze zu liegen kommt. Nehme deine rechte Hand für die rechte Fußsohle, deine linke Hand für die linke Fußsohle des Pflegebedürftigen. Der Sohlenabstrich kann übrigens auch ohne eine Substanz, nur mit den Bewegungen deiner Hand ausgeführt werden. Denn das Wichtige ist, dass der Behandelte eine innere Aufrichtung erlebt. Gerade für bettlägerige Menschen ist das ein wahres Geschenk.

Geeignete Öle bei innerer Unruhe und Angst

  • Rose (Rosa e floribus): schenkt Leichtigkeit, umhüllt
  • Malve (Alcea rosea): macht Mut, grenzt ab
  • Lavendel (Lavandula angustifolia): beruhigt, harmonisiert, gibt seelischen Raum
  • Johanniskraut (Hypericum perforatum): erhellt die Seele
WALA Arzneimittel Äußere Anwendung Sohlenabstrich

Tipp 2: ein Herz-Salbenlappen mit Aurum comp., Salbe*

Dieser Salbenlappen kann bei Herzrasen, innerer Unruhe, Depression, Angst oder Erschöpfung eingesetzt werden. Er wird direkt über dem Herzen aufgelegt. Lasse dich vom Namen nicht irritieren: Es handelt sich um eine Auflage, wie im Ratgeber Äußere Anwendungen beschrieben. Das besondere beim Herz-Salbenlappen ist die Wirksubstanz: die WALA Aurum comp., Salbe*. Sie enthält unter anderem Myrrhe, Gold und Weihrauch – drei kostbare Geschenke für Herz und Kreislauf. Diese Anwendung ist morgens und abends möglich und kann den ganzen Tag oder die ganze Nacht am Körper verbleiben.

*Pflichtangaben

Tipp 3: Globuli velati mit Hafer oder Passionsblume

Von der WALA gibt es zwei Arzneimittel, die das Ein- und Durchschlafen unterstützen: Avena comp., Globuli velati* mit echtem Hafer und Baldrian regulieren den Schlaf-Wach-Rhythmus und gleichen aus, wenn das Gedankenkarussell immer weiter kreist. Die Passiflora comp., Globuli velati* wirken ebenfalls bei Unruhe und Schlafstörungen. Die Komposition mit Passionsblume und Weißdorn eignet sich vor allem, wenn das Herz beteiligt ist, wenn zum Beispiel Sorgen das Einschlafen erschweren.

*Pflichtangaben

„Ich tippe bei Schlafstörungen entweder auf Sorgen oder auf kalte Hände und Füße. In beiden Fällen helfen natürlich wirksame Arzneimittel und äußere Anwendungen.“

Gerda Zölle

Tipp 4: ein Handbad

Mit der Hand berührt man die Welt – über einen unmittelbaren Kontakt, über die Gestik als Ausdruck des Selbst und in Form eines Begreifens im übertragenen Sinne. Auch der Umkehrschluss gilt: Mit der Hand lässt man sich berühren. Deshalb sind Handbäder so geeignet, über das Element Wasser und eine Substanz Ihrer Wahl (siehe Beispiele weiter oben) ein seelisches Angebot zu machen. Mehr zu Handbädern findest du im Ratgeber Äußere Anwendungen.

WALA Arzneimittel Äußere Anwendung - Handbad Pflege Zuhause

Tipp 5: Halt geben

Einem Menschen, der im Bett sehr unruhig oder aggressiv ist, der vielleicht mit den Händen unsichtbare Fusseln zupft oder in die Luft greift, kannst du ganz einfach etwas zum Festhalten geben. Das kann ein Tuch sein, ein Stofftier, ein kleiner Handschmeichler, eine Qi-Gong-Kugel oder auch die geliebte Flöte – einfach etwas, das dem unruhigen Menschen vertraut ist.

WALA Arzneimittel Ratgeber Pflege Zuhause Angst und Unruhe

Die ganze Serie lesen

Heute hast du Teil 9 unserer Serie zur häuslichen Pflege gelesen. Du findest alle Artikel in unserem Magazin.

Gerda Zölle, 59, ist gelernte Altenpflegerin und Palliativfachfrau, Lehrerin für Pflegeberufe und Expertin für Anthroposophische Pflege. Sie leitet die Fachberatung Pflegeberufe bei der WALA.

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*Pflichtangaben

Aurum comp., Unguentum

Aurum comp., Unguentum, Salbe. Anwendungsgebiete gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis. Dazu gehören: Harmonisierung und Stabilisierung des Wesensgliedergefüges bei chronisch-degenerativen und verletzungsbedingten (traumatischen) Schädigungen des Zentralnervensystems sowie zur Nachbehandlung entzündlicher Erkrankungen des Gehirns, bei psychischen Erkrankungen, Entwicklungs- und Verhaltensstörungen, funktionellen Herz-Kreislaufstörungen. Warnhinweise: Enthält Erdnussöl und Wollwachs. Stand: 03/2025. WALA Heilmittel GmbH, 73085 Bad Boll/Eckwälden, DEUTSCHLAND. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

Dieses Präparat gehört zu den vielen WALA Arzneimitteln, die wir hier nicht näher beschreiben. Bitte deine Ärztin, deinen Arzt oder in deiner Apotheke um weitere Informationen.

Avena comp.

Avena comp., Globuli velati. Anwendungsgebiete gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis. Dazu gehören: Ein- und Durchschlafstörungen, abendliche Unruhezustände, insbesondere bei neurasthenischer Konstitution, Überempfindlichkeit und Nervosität. Warnhinweise: Enthält Saccharose (Zucker) und Lactose. Avena comp., Globuli velati ist glutenhaltig. Stand: Dezember 2024. WALA Heilmittel GmbH, 73085 Bad Boll/Eckwälden, DEUTSCHLAND. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

Passiflora comp.

Passiflora comp., Globuli velati. Anwendungsgebiete gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis. Dazu gehören: Schlafstörungen, nervöse Unruhe, Herzangst. Warnhinweise: Enthält Saccharose (Zucker). Stand: April 2025. WALA Heilmittel GmbH, 73085 Bad Boll/Eckwälden, DEUTSCHLAND. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

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