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Ratgeber Schwangerschaft & Stillzeit - Was die Experten sagen

Was die Experten sagen

Der Kaiserschnitt – ein „kaiserlicher“ Schritt ins Leben?

Unsere Fragen rund um das Thema Kaiserschnitt beantwortet die Hebamme, Heilpraktikerin und Mutter von 3 Kindern Manuela Burkhardt.

WALA: Immer mehr Frauen entscheiden sich bewusst für einen Kaiserschnitt. Was bedeutet das für ihre Kinder?

Manuela Burkhardt: Jede vorzeitig beendete oder eingeleitete Geburt bedeutet für das Kind einen äußeren Eingriff. Im Normalfall löst nämlich das Ungeborene den Geburtsakt aus und orientiert gleichzeitig seinen eigenen Stoffwechsel auf den bevorstehenden Geburtsstress: Es will geboren werden! Zwar bewirken die mütterlichen Östrogene die Wehentätigkeit; stimuliert wird deren Ausschüttung aber durch das stoffwechselanregende Hormon Cortisol, das vom Kind kommt. Das Kind wählt sozusagen in Zwiesprache mit der Mutter den richtigen Zeitpunkt für seine Geburt aus.

Welche Konsequenzen hat diese fehlende Zwiesprache beim Kaiserschnitt?

Fehlen die Hormonausschüttungen, die das Kind während einer normalen Geburt in eine euphorische, wache Stimmung versetzen, werden möglicherweise die Grundlage für ein funktionierendes Bonding mit der Mutter wie auch die spätere Stresstoleranz des Kindes beeinträchtigt. Auch kann das Kind durch die Angst der Mutter und die Narkotika negativen Stress erfahren.

Wie profitiert ein Kind von einer natürlichen Geburt – sie ist schließlich ein hartes Stück Arbeit.

Das stimmt: Während der Geburt bewegt sich das Kind mittels eigenen Drehens und Mitbewegens und von der Wehen geschoben durch den schraubenförmigen Geburtskanal. Dabei steuert das Kind 50 Prozent oder mehr an vorwärtstreibender Kraft selbst bei. Diese Mitarbeit ist ein fundamentaler Vorgang während der Geburt, weil das Kind auf diese Weise seine erste aktive Arbeit im Leben leistet. Außerdem werden Kopf und Rücken intensiv massiert und erhalten dadurch wichtige Impulse, die das gesamte Nervensystem sowie die Lunge aktivieren. Diese wichtigen Abläufe fehlen komplett bei einem geplanten Kaiserschnitt ohne Wehentätigkeit. So würde ich jeder Mutter empfehlen bei einem geplanten Kaiserschnitt, wenn kein medizinischer Grund dagegen spricht, das Einsetzen spontaner Wehentätigkeit abzuwarten bevor der Kaiserschnitt gemacht wird. Eine Studie bestätigt, dass diese Vorgehensweise dem Kind die Anpassung an das „Erdendasein“ erleichtert.1

Was genau fehlt dem Kind, das diese Erfahrung nicht machen konnte?

Wenn eine Geburt von außen gesteuert wird, besteht die Gefahr, dass sich das Kind nicht für sein Geborenwerden verantwortlich fühlt. Kaiserschnittgeborene neigen manchmal dazu, Barrieren zu umgehen und sich festen Strukturen zu entziehen. Ein Erobern, ohne Grenzen zu spüren, lässt das Gefühl für den eigenen Körper vermissen. Das Kind scheint nicht klar zu empfinden, wo der eigene Körper beginnt und wo er aufhört, deshalb kann es eventuell zu Ungeschicklichkeit neigen, zudem ist das Bedürfnis nach Grenzkontakt stark ausgeprägt.

Wie können Eltern diesem Bedürfnis begegnen?

Die gute Nachricht, wenn es doch zu einem Kaiserschnitt kommt: Massagen helfen, die fehlenden Erfahrungen zu kompensieren. Durch eine Massage fühlt sich das Kind wie in einem sicheren Hafen gehalten und kann sich und seine Grenzen wieder spüren. Behutsamer, sanfter Haut- und viel Körperkontakt fördern die Entspannung und Entwicklung des Babys und die Bindung zwischen Eltern und Kind. Die Eltern können dem Kind durch die eigenen Hände zudem die Erfahrung von Halt (Tastsinn), Wärme und Bewegung (Wiegen) geben und damit zusätzlich den Gleichgewichtssinn aktivieren.

1 Senturk, M.B. et al.: Does performing cesarean section after onset of labor has positive effect on neonatal respiratory disorders? J Matern Fetal Neonatal Med. 2015

Gibt es weitere Punkte, an denen Kaiserschnitt-Kinder Nachholbedarf haben?

Ein häufig verkanntes Problem nach einem Kaiserschnitt sind mögliche Beeinträchtigungen der Wirbelsäule: Sie entstehen, weil das Kind mit wenig Eigenspannung unvorbereitet geboren wird. Besteht der Verdacht darauf, sollte ein erfahrener Osteopath das Kind manuell behandeln.

Und wie steht es um die Mutter? Was bedeutet der Kaiserschnitt für sie?

Jeder Kaiserschnitt ist eine Narbe – und das nicht nur körperlich: Oft ist die Narbe nicht nur lange schmerzempfindlich oder fühlt sich taub an, die Frau kann zudem das Gefühl haben, sie sei durch die Operationsnarbe wie in zwei Teile geschnitten. Die Behandlung mit WALA Narben Gel*, das nach Abheilung der Operationsnaht einmal täglich auf die Narbe aufgetragen wird, belebt das Gewebe und unterstützt die Heilung.Und dann bleibt – trotz aller Strapazen – nur noch eines: das Staunen, dass ein neues, kleines Lebewesen die Bühne der Welt betreten hat.

Wie schon Novalis wusste: Ein Kind ist sichtbar gewordene Liebe

*Pflichtangaben

*Pflichtangaben

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

Narben Gel

Gel
Anwendungsgebiete gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis. Dazu gehören: Anregung der strukturierenden Aufbaukräfte bei Narben-, Granulom- (knötchenartige Veränderung) und Keloidbildungen der Haut. Warnhinweis: WALA Heilmittel GmbH, 73085 Bad Boll/Eckwälden, DEUTSCHLAND.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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