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Wie die Wechseljahre zum Gewinn werden

Wechseljahre sind für Frauen eine Zeit des Umbruchs. Was sich mitunter wie ein Verlust anfühlt, kann aber auch zum großen Gewinn werden. Unsere Autorin Elisabeth Menzel sprach mit dem Gynäkologen Dr. med. Bart Maris, der spannende Einsichten und hilfreiche Tipps verrät.

Woran merken wir, dass die Wechseljahre beginnen?

Dr. Bart Maris: Die Wechseljahre sind eine Übergangszeit. Der weibliche Körper verlässt das rhythmische Zyklusleben. Ein neuer Abschnitt beginnt. Zunächst gerät der bisher regelmäßige Monatszyklus in Unordnung. Das kann mühsam sein. Der bisher bekannte Rhythmus von rund vier Wochen dauert auf einmal nur zwei Wochen, dann wieder sechs Wochen. Länge und Stärke der Blutung können variieren. Manchmal entstehen Schmerzen, dann wieder nicht. Dieser Prozess kann Jahre dauern. Es gibt aber auch Frauen, bei denen der Zyklus einfach aufhört – und das war’s dann.

Was passiert im Körper der Frau während dieser Zeit?

Dr. Bart Maris: Ab der Pubertät bestimmt ein wiederkehrender Kreislauf den weiblichen Organismus. Was sich dabei in Gebärmutter und Eierstöcken abspielt, ist allerdings kein rein hormonelles Geschehen. Dieser Rhythmus spiegelt sich auch im Seelischen wider. Während das Befinden der Frau in der ersten Zyklushälfte oft positiv und nach außen gerichtet ist, folgt in der zweiten Hälfte eine Einkehr. Viele wollen dann lieber für sich sein. Manche Patientin leidet unter dem prämenstruellen Syndrom, unter Gereiztheit, Depressionen oder Schmerzen. Auch seelisch ist es ein Auf und Ab – und zwar über viele Jahre. In den Wechseljahren fällt diese Wellenbewegung allmählich weg. Damit nimmt auch ein wesentlicher Teil des Frauseins ab und hört schließlich ganz auf – dieses hormonell Bewegliche, das Schwingende, dieses Wenden nach außen und nach innen. Und natürlich auch die Fruchtbarkeit.

Wie äußern sich typische Symptome?

Dr. Bart Maris: Meist treten Hitzewallungen auf. Auch Libidoverlust, Erschöpfung, Schlafstörungen und sogar depressive Phasen können eine Rolle spielen. Besonders lästig ist den meisten Frauen eine spürbare Gewichtszunahme. In dieser Zeit verändern sich auch Sexualität und Partnerschaft. Das kann mitunter zu einer Herausforderung werden. Männer kehren sich mit zunehmenden Lebensjahren oft nach innen. Viele Frauen werden mit den Wechseljahren aber nochmal richtig aktiv. Als Paar darf und muss man sich dann neu finden.

Hängen körperliche Beschwerden mit der Hormonumstellung zusammen?

Dr. Bart Maris: Ich bin kein Freund des reinen „Hormondenkens“ und sehe auch wenig Sinn darin, in den Wechseljahren Hormonuntersuchungen zu machen. Der Wechsel findet nun einmal statt. Deshalb kann das Ergebnis eines Bluttests heute ein anderes sein als übermorgen. Die zweite Umstellung des weiblichen Körpers verhält sich diesbezüglich ähnlich wie die erste in der Pubertät. Es lässt sich kein fester Start- oder Endpunkt ausmachen. Es ist vielmehr ein Pendeln. Außerdem heißt es ja „Wechseljahre“, nicht „Wechselmonate“. Der Übergang kann dauern.

Lehnen Sie Hormonuntersuchungen ab?

Dr. Bart Maris: Ich hinterfrage zumindest kritisch ihren Sinn. Denn: Welche Konsequenz wollen wir aus dem Untersuchungsergebnis ziehen? Wechseljahre sind keine therapiebedürftige Krankheit, die mit Hormonersatz behandelt werden muss. Es gibt ein Leben nach der Fruchtbarkeit! Manchmal, wenn nichts anderes hilft, verschreibe ich Hormone, um eine kurze Phase starker Beschwerden zu überbrücken. Dabei handle ich nach der Maxime: so kurz wie möglich und so niedrig dosiert wie möglich.

Welche Vorsorgemaßnahmen sind notwendig?

Dr. Bart Maris: Achtsamer Lebensstil, Bewegung und gesunde Ernährung. Sinnvoll ist auch, weiterhin zur Krebsfrüherkennung zu gehen.

Welche Behandlung kommt in Frage, wenn die Beschwerden ausgeprägt sind?

Dr. Bart Maris: Es gibt Frauen, die sehr unter dem Umbruch leiden. Manche bluten unaufhörlich und entwickeln deshalb eine Blutarmut. Hier müssen wir selbstverständlich handeln. Grundsätzlich sehe ich drei medizinische Ansätze, die auch kombiniert zum Einsatz kommen können. Dank der Naturheilkunde können wir viele Beschwerden erfolgreich begleiten. Zweitens – und das ist mir besonders wichtig – hilft oft ein Gespräch über die Bedeutung der Wechseljahre. Aufklärung also. Ich unterstreiche gerne, dass die Wechseljahre nicht bedeuten, alt zu werden, sondern reifen zu dürfen. Und drittens stehen uns klassische Interventionen zur Verfügung – etwa ein chirurgischer Eingriff bei Dauerblutungen. Auch eine hormonelle Therapie ist eine solche Intervention. Damit lässt sich ein stabiler Takt herstellen.

Was empfehlen Sie Frauen, die mit Sorge oder sogar Angst auf die neue Lebensphase blicken?

Dr. Bart Maris: Wir als Gesellschaft hängen zu sehr am Bild der jungen, fruchtbaren Frau. Ich versuche zu vermitteln, dass die Wechseljahre auch einen Gewinn bedeuten können. Sie schenken neue Vitalität und Kreativität. Und daraus lässt sich etwas machen!

Wie könnte dieser Gewinn aussehen?

Dr. Bart Maris: Die weiblichen Fortpflanzungsorgane sind sehr komplex und ganz besonders vital. Während der Wechseljahre kommen sie zu Ruhe und werden kleiner. Jedoch verschwindet ihre Vitalität nicht, sondern durchläuft vielmehr eine Transformation. Auf einmal werden Kräfte frei für das Seelisch-Geistige. Viele Frauen im Wechsel bemerken, dass sie auf einmal mehr Energie haben. Sie spüren neue Initiativkraft und Unternehmungslust. Nach der fruchtbaren Phase steht der Frau noch mindestens ein Drittel ihres Lebens bevor. Was für ein Geschenk! In dieser Zeit ist noch so vieles möglich. Diese Kräfte können der Kultur zur Verfügung stehen.

Kann Biographiearbeit hilfreich sein?

Dr. Bart Maris: Davon bin ich überzeugt. Biographiearbeit hilft einerseits in der Rückschau, um zu bewerten, was bis jetzt war. Sie richtet ihren Blick aber auch in die Zukunft: Was will ich mit den Jahrzehnten anstellen, die noch vor mir liegen? Es ist wichtig, Ziele und Wünsche zu haben. Wir dürfen den Übergang von der Natur hin zur Kultur feiern. Nutzen wir die Kraft des Wechsels und sein Potenzial doch für einen neuen Aufstieg!

Tipps von Dr. med. Bart Maris für mehr Gleichgewicht

  • Die neue Lebensphase annehmen
  • Symptome ggf. mit natürlichen Mitteln behandeln
  • Mehr körperliche Aktivität wie Spaziergänge und Sport einbauen
  • Körperpflege bei Bedarf und nach eigenem Wohlgefühl intensivieren – etwa bei starkem Schwitzen
  • Beckenbodentraining sorgt für gute Durchblutung, Vitalität und Elastizität im Vaginalbereich
  • Einen kreativen Ausgleich für die Seele schaffen, etwa mit Malen, Plastizieren oder durch einen Schreibkurs

Zur Person

Dr. med. Bart Maris (1956) ist gebürtiger Niederländer. Er studierte in Utrecht und absolvierte seine Facharztweiterbildung zum Frauenarzt in Herdecke und Hagen. Integrative Medizin lernte er unter anderem im Gemeinschaftskrankenhaus in Herdecke. Der mehrfache Buchautor ist verheiratet und Vater von vier Kindern.

Exkurs: die weiblichen Geschlechtsorgane

Fast alle menschlichen Organe sind ab der Geburt voll funktionsfähig. Doch unsere Geschlechtsorgane beginnen erst im Alter von 12 bis 14 Jahren mit ihrer Arbeit. Bei Frauen stellen sie ihre Funktion etwa 35 Jahre später wieder ein. Das bedeutet: Unsere Geschlechtsorgane sind für das eigene Überleben nicht notwendig – sondern für das Überleben der Menschheit an sich. Interessant ist auch, dass Organe wie Herz, Lunge und Leber im Zusammenspiel mit allen anderen Organen im Körper stehen. Sie brauchen einander und sind nicht isoliert zu betrachten. Um Geschlechtsorgane richtig zu verstehen, müssen wir hingegen auf das Organ eines Partners blicken.

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Weitere Informationen gibt es hier im Ratgeber.

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Aurum/Apis regina comp., Globuli velati. Anwendungsgebiete gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis. Dazu gehören: Harmonisierung des Wesensgliedergefüges bei seelisch bedingten, funktionellen Organstörungen, die sich in Kopfschmerzen, Magenbeschwerden, Schwindelgefühlen, Kreuzschmerzen u.ä. äußern können (Neurasthenie, vegetative Dystonie), nervöse Erschöpfungszustände, Stimmungsschwankungen in den Wechseljahren (klimakterische Stimmungslabilität), depressive Verstimmung, Konzentrations- und Gedächtnisschwäche. Warnhinweise: Enthält Sucrose (Saccharose/Zucker). Aurum/Apis regina comp. ist glutenhaltig. Stand: Februar 2019. WALA Heilmittel GmbH, 73085 Bad Boll/Eckwälden, DEUTSCHLAND. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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Sambucus comp., Globuli velati. Anwendungsgebiete gemäß der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis. Dazu gehören: Strukturierung des Flüssigkeitsorganismus, z.B. bei klimakterischen Störungen mit Hitzewallungen und übermäßiger, auch nächtlicher Schweißsekretion; katarrhalische und allergische Erkrankungen der oberen Luftwege. Warnhinweise: Enthält Sucrose (Saccharose/Zucker) und Lactose. Stand: März 2019. WALA Heilmittel GmbH, 73085 Bad Boll/Eckwälden, DEUTSCHLAND. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.

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