WALA Arzneimittel

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Im Rhythmus des Gartens

Bernhard Ehrmann strahlt eine Ruhe aus, wie man sie nur von einem Gärtner erwarten kann. An seinem Arbeitsplatz ragen Bäume in den Himmel, summen Bienen um den Weißdornstrauch, laichen Frösche im Teich. Im WALA Heilpflanzengarten gibt es Flächen, die nicht einmal die Gärtner betreten. Damit sich alles entfalten kann, wie es sich entfalten möchte.

„Unser Garten“, sagt Bernhard Ehrmann, „ist ein Kreislauf. Die Pflanzen wachsen heran. Die Kollegen vom Pflanzenlabor verarbeiten sie. Was nicht in das Produkt einfließt, kommt auf den Kompost. Und fließt so als belebender Dünger zurück in den Boden, zurück in den Kreislauf.“

Qualitätsmerkmale des WALA Heilpflanzengartens

Die WALA braucht für die Herstellung ihrer Produkte gesunde und starke Heilpflanzen. Um diese Eigenschaften sicherzustellen, verwendet sie ihr eigenes Saatgut, achtet sorgfältig auf die Pflanzen und ihre Pflege und stärkt den Boden mit dem eigenen Kompost. All das sind wesentliche Voraussetzungen für die Qualität der WALA Arzneimittel und deren Wirkung.

Bernhard Ehrmann ist Gruppenleiter des WALA Gartens. Sieben Gärtner und Gärtnerinnen bewirtschaften eine Fläche von 4,5 Hektar. „Wir ziehen den größten Teil unserer Pflanzen im eigenen Garten. Das Wenige, von dem wir nicht selber Saatgut ernten können, kaufen wir bei Saatanbietern, mit denen wir seit vielen Jahren zusammenarbeiten.“ Das, ergänzt Bernhard Ehrmann, seien weniger als eine Handvoll Zulieferer.

Ein Teil der Samen wächst im zeitigen Frühjahr im Gewächshaus zu zarten Pflänzchen heran. Wenn es draußen warm genug ist, setzen die Gärtner sie von Hand um. „Wann die Pflanze bereit ist für einen größeren Topf oder das Beet, liegt zum einen im Ermessen des Gärtners, zum anderen an den Bodenverhältnissen und der Witterung.“

Jede Pflanze ist individuell

Keine Pflanze gleicht der anderen. So verträgt die eine das Umsetzen ins Beet ausgezeichnet, andere wachsen besser, wenn sie direkt aufs Beet ausgesät werden.

Im Sommer wächst die Pflanze. Sobald sie bereit ist, ernten die Kollegen aus dem Pflanzenlabor der WALA Blüten, Blätter, Wurzeln oder die ganze Pflanze – je nachdem, welcher Teil der Heilpflanze für die Herstellung eines Arzneimittels benötigt wird.

Was nicht für die Verarbeitung zum Arzneimittel verwendet wird, kommt auf den Kompost. „Unser Kompost ist eine gute Mischung aus allem, was im Garten anfällt: Äste, Gras, Pflanzen.“ Zweimal im Jahr setzen die Gärtner mit Schaufel und Gabel den Kompost um und versehen ihn mit biologisch-dynamischen Kompostpräparaten. Nach zweieinhalb Jahren ist er reif.

Das Pflanzenlabor gibt zudem die Asche der getrockneten Pflanzenpressrückstände auf den Kompost. So wie es Tradition ist beim Herstellungsverfahren der WALA. Damit schließt sich der Kreislauf des Gartens. Er bildet einen natürlichen Rhythmus, in dem die Gärtner arbeiten. Vielleicht ist es dieser Rhythmus, der Bernhard Ehrmann in sich ruhen lässt.

Tipps von Bernhard Ehrmann für Ihren Garten

Brennnesselbrühe gegen Läuse
„Unser Garten ist in seiner Vielfältigkeit ein kleines Ökosystem. Tritt ein Schädling auf, folgt kurz darauf der Nützling. Läuse machen uns deshalb selten Probleme. Ist eine Pflanze außergewöhnlich stark von Läusen befallen, hilft Brennnesselbrühe.“

Sie brauchen:

  • einen großen Behälter
  • Regenwasser
  • Brennnesseln

Füllen Sie den Behälter bis oben hin mit den Brennnesseln. Seien Sie nicht sparsam mit der Pflanze. Geben Sie Regenwasser darauf und decken Sie die Flüssigkeit ab. Achtung: Durch das Wasser quellen die Brennnesseln auf. Legen Sie einen Stein auf die Abdeckung.

Nach 24 bis 48 Stunden können Sie die Brühe als Spritzbrühe verwenden. Mit Wasser im Verhältnis 1:9 (das heißt, ein Teil Spritzbrühe, neun Teile Wasser) verdünnen und die Pflanze zwei Tage hintereinander besprühen. Dies in den beiden folgenden Wochen wiederholen. Nach drei Wochen sollte der Befall verschwunden sein. Die Brühe fängt nach mehreren Tagen an zu gären, dann nicht mehr versprühen, sondern verdünnt als Stärkungsmittel gießen, zu allen Kulturen, die einen kleinen „Ansporn“ benötigen.

Der Kompost

Standort
„Hier gibt es unterschiedliche Ansichten. Meiner Meinung nach sollte er im Halbschatten stehen, geschützt vor Sonne. Nasskalt darf es nicht sein, da sich der Kompost auch erwärmen soll. Wir decken unseren Kompost mit Stroh ab. Mit dieser ‚Haut‘ ist er vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt.“

Inhalt
„Es kommt auf die richtige Mischung an. Äste machen ihn luftig, Gras feucht. Quecke, Disteln und andere Wurzelunkräuter kommen an einen gesonderten Platz und vertrocknen dort erst einmal, später sind auch sie ein wertvoller Zusatz für den Kompost.“

Reife
„Wir setzen den Kompost zweimal im Jahr um. Mit jedem Umsetzen gelangt Luft an den Kompost, der die Rotte vorantreibt. Bis er reif ist, dauert es in der Regel zweieinhalb Jahre. Das hängt ganz von dem Material ab, das enthalten ist. Wenn das Jahr sehr trocken ist, kann man mit rechtzeitig gesammeltem Regenwasser befeuchten.“

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