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Biografiearbeit Teil 5: Was steht im fortgeschrittenen Alter an?

Mit 63 Jahren beginnt das 10. Jahrsiebt. Es fällt für viele Menschen in etwa mit dem Ende der Berufstätigkeit zusammen. Was kommt jetzt noch? Verbittern oder Verzeihen? Frustration oder Freiheit? Vieles liegt an der inneren Haltung – auch der Umgang mit Gesundheit bzw. Krankheit im Alter, weiß Susanne Hofmeister, die sich als anthroposophische Ärztin schwerpunktmäßig mit Biografiearbeit beschäftigt.

Von etwa 63 an - Zeit der Heimkehr zu uns selbst

10. Jahrsiebt (von 63 bis 70) und die folgenden -> lieben und loslassen

Das Dachgeschoss des Lebenshauses

In den bisherigen Folgen unserer Serie zur Biografiearbeit hat Susanne Hofmeister durch das Erdgeschoss und die beiden darüber liegenden Etagen des Lebenshauses geführt. Es sind die Räume der Kindheit und Jugend, der Zeit bis zur Lebensmitte und von der Lebensmitte bis zum so genannten Ruhestand. Mit Mitte 60 ist nun das lichtdurchflutete Dachgeschoss bezugsbereit. Es darf ganz neu eingerichtet werden: Alle überflüssigen Besitztümer und Verpflichtungen verbleiben im zweiten Stock, mit nach oben kommt nur, was wirklich von Bedeutung ist. Bei näherem Hinsehen erweist sich das Dachgeschoss als Freiraum. Von hier aus kann ein Mensch in die Welt ziehen, die Welt zu sich einladen oder einfach die Ruhe und den Ausblick aus den großen Fenstern genießen.

„Mit dem Altwerden ist es wie mit Auf-einen-Berg-Steigen: Je höher man steigt, desto mehr schwinden die Kräfte – aber umso weiter sieht man.“ Ingmar Bergmann

Zeit der Heimkehr zu uns selbst

Ab dem zehnten Jahrsiebt stehen keine gänzlich neuen Themen mehr an. Die Zeit gleicht eher einer höheren Oktave der Jahre von 42 bis 63. Susanne Hofmeister beschreibt es so: „Wir bleiben mit den Themen unseres Lebens weiterhin verbunden, doch können wir jetzt aus ihnen quasi heraustreten. Damit sehen wir einer freien Zukunft entgegen, in der neue Aufgaben auf uns warten können.“

Aspekte der Kindheit klingen jetzt noch einmal an: Das zehnte Jahrsiebt hat einen Bezug zum ersten Jahrsiebt, das elfte steht in einem inneren Zusammenhang mit dem zweiten. Und so verwundert es nicht, dass sich bei älteren Menschen der Blick stärker in die Vergangenheit richtet. Je mehr man sich aber auch eine Offenheit und Neugierde hält, desto deutlicher werden auch neue Freiheiten spürbar. „Jenseits von Konventionen, gesegnet mit Lebenserfahrung und Gelassenheit können Sie Ihrem Leben noch einmal eine neue Richtung geben. Es braucht mitunter Demut, Dinge, die sich nicht beeinflussen lassen, so anzunehmen wie sie sind. Denn natürlich zeigen sich mit zunehmendem Alter auch altersbedingte Beschwerden. Aber wie Sie damit umgehen, ob Sie auf Ihre Defizite blicken oder sich davon geistig frei machen und mutig durch die neuen offenen Türen gehen  – das liegt in Ihrer Hand“, ist sich Susanne Hofmeister sicher.

Gesundheit ist nicht selbstverständlich

In den Jahrsiebten ab 63 geht es vor allem darum, die ganz normalen Alterserscheinungen von Krankheiten zu unterscheiden. Dass die Gelenke Abnutzungserscheinungen zeigen, die Sinnes- und Verdauungskräfte nachlassen, gehört zum Älterwerden dazu. Diese Begleiterscheinungen lassen sich aber durch einen ganzheitlichen Blick auf die aktuelle Lebensphase lindern: Wie viel Ruhe, welches Essen, wessen Gesellschaft, welche Herausforderungen tun momentan gut?

Wann das Älterwerden ins Altwerden umschlägt, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Aber irgendwann bricht für alle die allerletzte Lebensphase an, naht der Tod. Nicht umsonst ist das Dachgeschoss des Lebenshauses dem Himmel ganz nah. Rudolf Steiner spricht davon, dass ein Mensch gesund sterben könne. Was ist damit gemeint? Susanne Hofmeister erklärt es so:

„Wir können versuchen, mit dem Älterwerden immer verstehender, verzeihender und dankbarer zu werden. Wir können jetzt erleben, dass alle Geschehnisse des Lebens – gerade auch die schmerzhaften – uns zu denen gemacht haben, die wir heute sind. Wir verabschieden auch die Erwartungen an unsere Kinder und lassen sie los. So werden wir in uns immer runder und heiler und in diesem Sinne immer gesünder. Das ist also ein Prozess, der Krankheiten integriert auch wenn dies zunächst als Widerspruch erscheint.“

Wie geht es weiter?

Das hängt davon ab, ob sich der eigene Blick nun eher in die Vergangenheit oder auch in die Zukunft richtet. Susanne Hofmeister beobachtet: „Die alten Menschen, mit denen ich biografisch gearbeitet habe, hatten am Ende einen zustimmenden, bejahenden und sinnerfüllten Blick auf ihr gelebtes Leben und konnten damit auch gefasster und freier nach vorne schauen.“

Wo ein Mensch nun steht, hängt auch davon ab, wie gut er in seinem Lebenshaus aufgeräumt hat. Deshalb nimmt Sie die letzte Folge unserer Serie mit in den Keller, wo ungeahnte Ressourcen schlummern.

Verwandlung willkommen heißen

Leben ist immer Verwandlung: Auf der körperlichen Ebene dominieren in der ersten Lebenshälfte aufbauende Kräfte, in der zweiten Lebenshälfte stehen abbauende Kräfte im Vordergrund. Betrachtet man diese Entwicklung auf der seelischen und geistigen Ebene, so gibt es eine Zeit des Nehmens, die nach der Lebensmitte in eine Zeit des Gebens übergeht. Wer gelernt hat, die kleinen und großen Verwandlungen im eigenen Leben zu akzeptieren, ist auf dem besten Weg zu Freiheit und Erfüllung im Alter.

Wandlungsprozesse sind auch bei der Herstellung der WALA Arzneimittel wirksam. Indem wir mehrere Ausgangssubstanzen zu einer Komposition verbinden, verwandeln sich die einzelnen Bestandteile in eine neue arzneiliche Ganzheit. Ein „comp.“ in der Produktbezeichnung weist darauf hin. Diese Arzneimittelkompositionen sind charakteristisch für die Anthroposophische Medizin und somit auch für die WALA Arzneimittel. Sie erlauben es uns, einen Menschen zugleich körperlich, seelisch und geistig anzusprechen.

Susanne Hofmeister

Sie ist promovierte Ärztin für anthroposophische Medizin und arbeitet als Coach mit ihrer eigenen Methode, der „Biographiearbeit im Lebenshaus®“. Dabei liegt ihr Fokus auf einem freudevollen Älterwerden. Susanne Hofmeister begleitet einzelne Menschen und bietet Fortbildungen für Expertinnen und Experten an, die dann das biografische Arbeiten einsetzen können, um sich und anderen neue Kraftquellen zu erschließen. Hier geht es zu ihrer Website.

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