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Biografiearbeit Teil 2: Welche Themen begleiten die Kindheit und Jugend

Die ersten drei Jahrsiebte eines Menschen – also der Zeitraum von der Geburt bis etwa zum 21. Geburtstag – legen die Basis für das ganze Leben. Welche Entwicklungsschritte, welche Vorbilder und welche typischen Krankheiten prägen diese Lebensphase? Susanne Hofmeister, die sich als anthroposophische Ärztin schwerpunktmäßig mit Biografiearbeit beschäftigt, gibt Antworten.

Zeit der leiblichen Entwicklung

1. Jahrsiebt (von 0 bis 7) -> fürs Leben lernen
2. Jahrsiebt (von 7 bis 14) -> die Welt entdecken
3. Jahrsiebt (von 14 bis 21) -> auf der Suche nach Wahrheiten

Willkommen im Lebenshaus

Um das Konzept der anthroposophischen Biografiearbeit zu erklären, hat Susanne Hofmeister ein anschauliches Bild gefunden: Sie entwirft ein Lebenshaus, dessen Etagen verschiedenen Lebensphasen entsprechen. Man bewohnt zunächst das Erdgeschoss, in dem sich Kindheit, Schulzeit und Jugend abspielen. Von dort führt eine große Freitreppe in die oberen Etagen, die für die berufliche, familiäre und persönliche Entwicklung eingerichtet sind. Und ganz oben wartet das Dachgeschoss – der Raum, der im Alter Erfüllung und neue Freiheiten möglich macht. 
In jedem Lebenshaus gibt es zudem einen Keller. Dort sind alle Themen untergestellt, die im Laufe des Lebens angepackt und in wertvolle Ressourcen verwandelt werden wollen.

Über die erste Schwelle wird man noch getragen.

Das Erdgeschoss eines Lebenshauses hat drei Räume. „Als Baby werden Sie in den Raum Ihrer frühen Kindheit getragen, bald schon erkunden Sie alle Winkel aus eigener Kraft, hüpfen als Schulkind durchs nächste Zimmer und lassen in Ihrer Pubertät im dritten Raum die Türen knallen“, beschreibt Susanne Hofmeister diese quirlige Etage. Wie die Räume aussehen, das hängt vom Heimatland, von der Muttersprache, von den Lebensumständen und den anderen Familienmitgliedern ab. All das wirkt auf uns ein, während wir heranwachsen und Tag für Tag neue Lebenserfahrungen sammeln. Susanne Hofmeister betont: „Entscheidend ist in den ersten Jahren, ob wir uns willkommen und angenommen fühlen, so wie wir sind. Daraus erwächst Urvertrauen. Auch die Stimmung im Elternhaus wird sich wie ein Farbschleier über unsere Seele legen, bis wir ihn uns bewusst machen und dann auch beeinflussen können.“

„Mit einer Kindheit voll Liebe kann man ein halbes Leben hindurch für die kalte Welt haushalten.“ Jean Paul

Von Glaubenssätzen und Abhängigkeiten

Im zweiten Jahrsiebt kommen Glaubenssätze und Wertmaßstäbe hinzu, die ebenfalls erst später überprüft und ggf. abgelegt werden können. Während das Baby und Kleinkind noch ganz unmittelbar körperlich auf seine Eltern angewiesen ist, lebt das Schulkind vor allem in einer seelischen Abhängigkeit – d.h. es kann sich emotional nicht von den Stimmungen zu Hause distanzieren. Jugendliche hingegen befinden sich in einer geistigen Abhängigkeit. Sie brauchen erwachsene Persönlichkeiten, die bereit sind, über Lebensmotive und Ideale zu diskutieren. „Das schrittweise Loslösen von diesen drei Abhängigkeiten macht uns zu eigenständigen Persönlichkeiten“, so Hofmeister.

Vorbilder sind wichtig

Die ersten 21 Lebensjahre stehen ganz im Zeichen von Wachstum und Entwicklung. Nie wieder lernt man so schnell und so viel wie als Kleinkind. Vorbilder sind in allen drei Jahrsiebten wichtig: Erst sind es die Eltern, dann auch Lehrerinnen und Lehrer, später Idole und Ideale.

Typische Krankheiten der ersten Lebensphasen

Susanne Hofmeister weiß als Ärztin: Im ersten Jahrsiebt, in dem ein Kind ganz unmittelbar auf die Welt reagiert, kommt es leicht zu Entzündungen (auch Neurodermitis) und fieberhaften Infekten. Sie sind wichtig, damit sich der Körper individualisiert. Mit dem Zahnwechsel beginnt das zweite Jahrsiebt – eine Zeit, in der ein Mensch vorwiegend gesund ist. Mitunter zeigen Atemwegserkrankungen, dass ein Schulkind die Balance zwischen Außenwelt und eigener Innenwelt sucht, zwischen einatmen (z.B. lernen) und ausatmen (z.B. spielen). Im dritten Jahrsiebt schließlich entwickelt sich mit der Geschlechtsreife nicht nur ein neues Körpergefühl, sondern auch das Ich. Der Weg dorthin ist holprig, er kann von Verdauungsbeschwerden und typischerweise von Akne begleitet werden: „Denn wenn das Ich sich häutet, rebelliert die Haut genauso wie der junge Mensch, den sie umhüllt.“

Wie geht es weiter?

Mit etwa 21 Jahren ist ein Mensch bereit, seine gewohnte Umgebung zu verlassen und – um im Bild des Lebenshauses zu bleiben – ins nächste Stockwerk zu ziehen. Die großzügigen Räume der Beletage werden in der nächsten Folge dieser Serie im Mittelpunkt stehen.

„Alle Zustände der Wärme unterstützen das Ich dabei, sich im Leib heimisch zu fühlen.“ Dr. med. Susanne Hofmeister

Warum Wärme wichtig ist

Zum Fundament des Lebens gehört Wärme. Sie drückt sich in der Liebe, die Eltern ihren Kindern entgegenbringen, in tröstenden Worten, in einer Tasse heißem Tee oder auch in glühender Begeisterung aus. Wärme hat bei uns Menschen also sowohl einen körperlichen als auch einen seelischen und geistigen Aspekt. Wie kann das sein? Wärme ist ein wichtiges Element, um sich ganz zu spüren. Dabei entwickelt jeder Mensch seinen individuellen Wärmeorganismus – ein rhythmisch geordnetes System, in dem Wärme entsteht, Wärme innerhalb des Körpers strömt und über die Haut nach außen abgeben wird. Wenn dieses System sich in Balance befindet, geht es uns gut – in jedem Abschnitt unseres Lebens.

Tatsächlich braucht unser Immunsystem Wärme, um reibungslos zu funktionieren. Viele WALA Arzneimittel und alle äußeren Anwendungen wenden sich deshalb direkt an den Wärmeorganismus. Sie sprechen sozusagen eine Sprache, die das Immunsystem versteht und die von der Seele in Wohlbefinden übersetzt werden kann.

Susanne Hofmeister
Sie ist promovierte Ärztin für anthroposophische Medizin und arbeitet als Coach mit ihrer eigenen Methode, der „Biographiearbeit im Lebenshaus®“. Dabei liegt ihr Fokus auf einem freudevollen Älterwerden. Susanne Hofmeister begleitet einzelne Menschen und bietet Fortbildungen für Expertinnen und Experten an, die dann das biografische Arbeiten einsetzen können, um sich und anderen neue Kraftquellen zu erschließen. Hier geht es zu ihrer Website.

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