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Schwangerschaft & Geburt
Die Welt mit anderen Augen sehen

Die Welt mit anderen Augen sehen

„Herzlichen Glückwunsch, Sie sind schwanger!“ Mit einem Mal steht das Leben von Regina und Marcus Rieger aus Esslingen Kopf. Die Freude ist groß. Doch gleichzeitig tauchen viele Fragen auf. Wird alles gutgehen? Schaffen wir das? Wo wollen wir entbinden? Im Interview berichten sie von Thilos Geburt und warum sie sich bewusst für eine anthroposophische Klinik entschieden haben.

Interview: Elisabeth Menzel

Wie habt ihr von Reginas Schwangerschaft erfahren? Gab es Anzeichen?

Regina: Im Urlaub wurde mir bei einer Bootsfahrt plötzlich sehr schlecht. Und ich hatte ungewöhnlichen Heißhunger auf Chips. Dass ich schwanger sein könnte, daran dachte ich zunächst nicht.

Doch irgendwann hattet ihr Gewissheit. Wart ihr aufgeregt?

Marcus: Wir waren überrascht. Aber die Freude war auch riesengroß. Und dann wollten wir einfach die ersten drei Monate gut überstehen.
Regina: Beim ersten Kind ist die Situation noch ungewohnt. Wie wird sich der Babybauch anfühlen? Was müssen wir organisieren? Wie schaffen wir das Leben mit einem Kind? Es gibt so viele Fragen. Auf einmal sieht man die Welt mit anderen Augen. Stress bei der Arbeit? Staubflusen auf dem Fußboden? Solche Dinge werden plötzlich unwichtig.

Wie war die Schwangerschaft?

Regina: In den ersten Monaten war mir dauernd übel. Auch die Müdigkeit hatte mich fest im Griff. Und gegen Ende war mir der Bauch ziemlich im Weg.
Marcus: Aber die Schwangerschaft an sich verlief ohne Zwischenfälle. Wir waren immer sehr beruhigt, wenn der Arzt sagte: „Alles normal!“

Irgendwann musstet ihr euch für eine Klinik entscheiden ...

Regina: Wir wollten von Anfang an in die Filderklinik bei Stuttgart. Erstens kam auch Marcus dort zur Welt. Zweitens kenne ich die Filderklinik und die Anthroposophische Medizin aus eigener Erfahrung. Und ich wusste, dass es dort gutes Essen gibt (lacht).
Marcus: Die Lage am Waldrand gefiel uns. Der zentrale Punkt aber war, wofür die Filderklinik steht. Regina wollte eine natürliche Geburt, wenn möglich ohne Schmerzmittel und Kaiserschnitt. Der InfoAbend mit Dr. Hauke Schütt und seinem Team hat uns darin noch bestärkt.
Regina: Er hat sich Zeit genommen und unsere Fragen persönlich beantwortet.

Aber die Klinik an eurem Wohnort habt ihr euch auch angeschaut?

Marcus: Ja, denn sie liegt gleich um die Ecke. Topmodern und todschick. Aber dort hielt ein Assistenzarzt einen eher distanzierten Vortrag. Und es ging fast ausschließlich um Schmerzprävention.
Regina: Und darum, Stammzellen aus Nabelschnurblut zu gewinnen. Das hat überhaupt nicht zu uns gepasst.

Und dann kam der 3. April 2012.

Regina: Oh ja. Morgens um kurz vor sechs kamen die ersten Wehen. Gegen Mittag fuhren wir ins Krankenhaus. Aber es ging nicht recht voran, deshalb durften wir wieder nach Hause. Mir war das nur recht. Denn wir waren drei Wochen zu früh dran. Ich hatte noch keine Tasche gepackt, keine Babywäsche gewaschen. Auch Marcus wollte die Zeit nutzen und das Auto saubermachen. Leider kam er nicht weit. Um 16 Uhr fuhren wir wieder in die Klinik. Aber dann ging erstmal gar nichts mehr. Nachts bekam ich Quarzwasser, damit der Muttermund weicher wird. Am nächsten Mittag gab es einen Wehencocktail – aus Rhizinusöl, Aprikosensaft, Mandelmus und etwas Zitrone. Zwei Stunden später tat sich dann endlich etwas. Und nochmal zwei Stunden später war Thilo da.
Marcus: Das klingt jetzt so einfach. Aber es war wirklich knifflig. Denn Thilo kam mit den Händen voran raus ...
Regina: Aber ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Das Team hat mich wunderbar unterstützt. Und nach der Geburt durften wir drei Stunden im Kreißsaal verbringen und gemeinsam zur Ruhe kommen.
Marcus: Danach waren wir fünf Tage in der Klinik – bis zur Neugeborenen-Basisuntersuchung (U2), da wir noch keinen Kinderarzt hatten. Wir drei, in einem Familienzimmer und Thilo mittendrin. Eine richtig gute Entscheidung.
Regina: Auf jeden Fall. Beim zweiten Kind kommen wir wieder!

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