
Den Gattungsnamen "Citrus" verdanken die Zitrusfrüchte ihrer Eigenschaft, mit ihrem starken Geruch Motten und anderes Ungeziefer zu vertreiben. Mit dem griechischen "kedrus" wurden stark duftende, ebenfalls Ungeziefer vertreibende Hölzer bezeichnet. So zum Beispiel Lebensbaum, Wacholder und Zeder (Cedrus). Der Sprachgebrauch verschliff sich, den Zitrusfrüchten blieb die Bezeichnung.
Schon vor mehr als 4000 Jahren wurden Zitrusfrüchte wie die Zitrone in China als ein sehr kostbares Gut kultiviert, das zuerst nur dem Kaiser und höheren Beamten vorbehalten war. Als "goldköpfige Sklaven" wurden die Zitrusbäume bezeichnet, die ihren Besitzern Reichtum und Ansehen brachten. Alexander der Große lernte die Zitrone, den "Goldenen Apfel" auf seinem Asien-Feldzug (334-324 v.Chr.) kennen. Doch erst hunderte von Jahren später gelangte die Zitrone in unseren Kulturkreis: Vermutlich wurde sie im 10. Jahrhundert von den Arabern nach Europa gebracht.
Eine besondere Form der Zitrone, der sogenannte "Ethrog" oder "Esrog", ist neben Palmenblättern, Myrten und Weidenzweigen im Rahmen des jüdischen Laubhüttenfestes (Sukkoth) von ritueller Bedeutung. Auf dem berühmten Bild von Marc Chagall "Festtag (Rabbiner mit Zitrone)" ist eine solche Ethrog-Frucht dargestellt. Sie muss hellgelb und völlig fehlerfrei sein und darf nur in der gezeigten, spindelähnlichen Form verwendet werden. Um diese in der Natur nur relativ selten auftretende Form zu erzielen, lässt man die jungen Früchte in israelischen Zitronen-Plantagen in spezielle Glasgefäße hineinwachsen. Die sorgfältig ausgewählten reifen Früchte werden dann jedes Jahr im September vorsichtig von Hand gepflückt, in Hanf verpackt und an die jüdischen Gemeinden in alle Teile der Welt verschickt.