WALA Pflanzenarchiv
Spitzwegerich

Wissenswertes

Die Endung -rich stand im Indogermanischen für Herrscher, Fürst. Wegerich heißt also Herrscher des Weges. Der lateinische Name, abgeleitet von lateinisch planta = Fußsohle weist ebenfalls auf diese wegbegleitende Pflanze.

Spitzwegerichsamen werden im feuchten Zustand klebrig. Sie bleiben so an Füßen Darüberlaufender hängen und werden weit verbreitet. Wohl auch deshalb ist der Spitzwegerich fast überall zu finden. Von den weißen Siedlern wurde er wohl auf diese Weise nach Amerika eingeschleppt, weshalb er dort von den Indianern auch "Fußtritt des weißen Mannes" genannt wurde.

Und warum steht der Spitzwegerich immer am Wegesrand? In einer Legende heißt es, ein junges Mädchen habe am Straßenrand vergeblich auf ihren Geliebten gewartet, schließlich habe sie sich in einen Wegerich verwandelt. Daher kommt auch der Volksname "Straßenbraut". Die alten Germanen wussten eine andere Erklärung: Für sie verkörperte der Wegerich die wieder aus der Unterwelt ans Licht getretenen Seelen, die nun den Menschen auf der Erde nachfolgten. Und auch die alten Griechen und Römer sahen diese Pflanze mit der Unterwelt verbunden: mit Orkus und seiner Tochter Proserpina.

Die hochgeschätzte Heilpflanze wurde in früheren Zeiten auch als Nahrungsmittel eingesetzt. Und auch heute sind frische junge Spitzwegerichblätter eine würzige und gesunde Beigabe zu Salaten, Quark und Weichkäse. Die Blätter schmecken vor der Blüte der Pflanze am besten und lassen sich auch gut zu Wildgemüse und Suppen verarbeiten.