WALA Pflanzenarchiv
Rosskastanie

Verwendung

Extrakte aus der Kastanie wirken auf das gesamte Gefäßsystem, speziell die Venen. Sie festigt die Aderwände und fördert die Durchblutung der feinsten Blutgefäße. Sie wirkt gleichzeitig entwässernd und festigend auf das Gewebe. Die beiden wichtigen Inhaltsstoffe sind das Aesculin in der Rinde und das Aescin in den Samen. Die Cumarinverbindung Aesculin regt den Stoffwechsel an und fördert die Durchblutung. Mit ihrer Eigenschaft, ultraviolette Strahlung zu binden, ist sie vor allem in Sonnenschutzmitteln wichtig. Der seifenartig schäumende Stoff Aescin wirkt zum einen gewebeentwässernd und verhindert gleichzeitig neue Wasseransammlungen im Gewebe. Dieses Wirkungsspektrum macht die Rosskastaniesamen zu einem der wichtigsten Arzneimittel gegen Hämorrhoiden und Gefäßerkrankungen, speziell Venenleiden.

In der Volksheilkunde wird die Rosskastanie wegen ihres schlechten Geschmacks nur noch selten eingesetzt. Hier gibt es Rezepte für Tinkturen, Tees und Breiumschläge. Die verschiedenen Zubereitungsformen wurden gegen Venenleiden, rheumatische Beschwerden oder gegen Husten genutzt.