
Der wissenschaftliche Name Petasites leitet sich von dem lateinischen Wort „petasus“ oder griechisch „petasos“ = großer, breitkrempiger Hut ab; möglicherweise ein Vergleich mit den großen Blättern, die manche Völker als Sonnenhut verwendeten. Ihren deutschen Namen erhielt die Pestwurz im Mittelalter, wo sie als Mittel gegen die Pest galt. Die schweißtreibende Wurzel sollte die todbringende Krankheit durch eine Schwitzkur vertreiben; ein Versuch, der nicht von Erfolg gekrönt war. Vielleicht linderten die frischen, auf Pestbeulen aufgelegten Blätter zumindest die Schmerzen.
Bereits die Kelten verwendeten die Pestwurz zur Wundheilung. Die Slowaken waren von der heilkräftigen Wirkung der Pestwurz gegen Asthma, zur Austreibung von Würmern, bei Fallsucht und als harntreibendes, wundheilendes und hautreinigendes Mittel überzeugt und nannten sie „Neunkraftblatt“: Nach ihrem Volksglauben besaß das Blatt neun Adern mit neun Kräften gegen neun verschiedene Krankheiten.