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WALA Pflanzenarchiv
Mistel

Synonyme: Affalter, Donarbesen, Drudenfuß, Geißechrut, Hexennest, Vogelchrut, Vogelmistel, Wintersamen
Wissenschaftlicher Name: Viscum album
Familie: Mistelgewächse (Loranthaceae)

Heimat

Portugal bis Iran, Skandinavien bis Sizilien.

Inhaltsstoffe

Viscotoxine, Lektine, Flavonoide, biogene Amine, Schleimstoffe

Beschreibung

Pflanze oder nicht? Das vermag sich manch einer fragen, der verwundert in den Baumwipfeln die nestartigen Krönchen einer Mistel entdeckt. Besonders im Spätherbst und Winter fallen diese immergrünen Halbschmarotzer im kahlen Geäst von vorzugsweise Nadelhölzern und weichholzigen Laubbäumen auf. Jetzt sind auch die milchig weißen Beeren zwischen den lanzettlichen, ledrigen Blättern reif, die die Blüte des Vorjahres im März bis April hervorbrachte. Misteln sind zweihäusig. Es gibt also männliche und weibliche Pflanzen. Die Samen der weiblichen Pflanze werden durch Vögel verbreitet. Keimt ein auf einem Baum gelandeter Same, bildet sich zuerst eine Haftscheibe (Haustorium). Nach mehreren Monaten wachsen die so genannten Senker in den Baum hinein, stimmen im Inneren des Stamms die Baumzellen um, die den Senker fortsetzen und eine Verbindung der Mistel zum Leitsystem (quasi dem Ernährungssystem des Baums) zulassen. Die so fest verankerte Mistel kann sich vom Baum ernähren und zu einem Busch von über einem Meter Durchmesser wachsen. Die Anzahl der Verzweigungen verrät das Alter der Mistel: Jede Abzweigung steht für ein Jahr Wachstum.

Verwendung

In der klassischen Heilpflanzenkunde unterstützt die Mistel die Therapie gegen Bluthochdruck und Arthrosen. Zusammen mit Weißdorn stärkt sie das "müde", geschwächte Herz. Auch bei Schwindelanfällen, epileptischen Zuständen und in der Krebstherapie findet sie ihre Verwendung.

Wissenswertes

Der wissenschaftliche Name Viscum bedeutet "Leim" und beschreibt die klebrigen Samen. Der Name "Mistel" leitet sich wahrscheinlich von "Mist" ab, da die Samen durch Vogelmist verbreitet werden.

Bis in das fünfte vorchristliche Jahrhundert läßt sich die medizinische Verwendung der Mistel zurückverfolgen. Plinius berichtete im ersten Jahrhundert nach Christus vom Einsatz der Mistel gegen Fallsucht und Schwindelanfälle. Dieses Wissen wurde von Hieronymus Bock (1498-1554) sowie P.A. Matthiolus (1501-1577) weitertradiert und ergänzt durch die Anwendung von Mistelsalbe bei Geschwüren und eitrigen Wunden. Pfarrer Kneipp stillte mit der Mistel Blutflüsse und behandelte Störungen im Blutumlauf.

In den alten Mythen wurde die Mistel wie ein Heiligtum verehrt. Ihr befremdlicher Sitz in hohen Baumwipfeln ließen den Glauben entstehen, Götter hätten ihren Samen ausgestreut. Wer im Besitz der Mistel war, konnte Schmerzen lindern, Kranke heilen, Schätze aufspüren, und dem wurden alle Wünsche erfüllt. In alten Darstellungen sind Mistelzweige in der Hand von Göttern, Medizinmännern, Priestern, Feldherren und Königen zu finden.

Die Druidenpriester der Kelten zogen im Winter bei zunehmendem Mond in den Wald zu den

misteltragenden Eichen, um dort ihr Gebet und Opfer zu verrichten. In weiße Gewänder gehüllt stiegen sie in die mächtigen Kronen und schnitten mit goldenen Sicheln die Mistelzweige, die Helfer mit weißen Tüchern auffingen. Nie durfte die Mistel die Erde berühren.

Im nordischen Baldur-Mythos wird die Mistel zur tödlichen Waffe. Baldur, Lieblingssohn der Götter und Menschen, träumt, daß ihm ein Unglück widerfährt. Seine Mutter Freya will diesen Traum abwenden, indem sie von allen Wesen den Schwur erbittet, ihrem Sohn kein Leid zuzufügen. Dass alle den Schwur ablegen, wird in einem großen Fest gefeiert, während dem jeder fröhlich Baldur bewirft, um zu beweisen, dass diesen nichts mehr verwunden kann. Nur Loki, Baldurs Bruder, ist von Neid gepackt und befragt verkleidet Freya, ob wirklich alle Wesen den Schwur abgelegt haben. Sie erwidert, dass nur ein Wesen ihr zu jung für den Schwur erschien: die Mistel. Daraufhin entschwindet Loki, eine Mistel zu suchen. Mit der Pflanze kommt er auf das Fest zurück und gesellt sich zum blinden Hödur. Er überredet ihn, ebenfalls Baldur zu bewerfen und drückt ihm dafür die Mistel in die Hand. Gelenkt von Loki wirft Hödur die Mistel und trifft Baldur tödlich.

Heute noch übliche Bräuche um die Mistel sind meist auf frühere Verehrungen zurückzuführen. Aus England stammt der Brauch, in der Weihnachtszeit

einen Mistelzweig über die Türe zu hängen. Jede Dame, die sich unter dieser Türe befindet, darf geküsst werden.

Als altes Fruchtbarkeitssymbol ist die Mistel in vielen Ländern zu finden, zum Beispiel in Frankreich und selbst in Japan. In manchen Gegenden der Schweiz trägt die Braut am Hochzeitstag Mistelzweige mit im Kranz.

Sogar Feuer und Blitzeinschlag soll die Mistel erfolgreich abwehren und Feuersbrünste löschen können. Die Kirche bediente sich der Mistel gegen Besessenheit und schnitzte aus diesem Grund Rosenkränze und Kruzifixe aus ihrem Holz.

Die Pflanze bei WALA

WALA Mistelpräparate werden zum Beispiel zur Harmonisierung des Herz-Kreislauf-Systems (z.B. Altersherz) angewandt. Weitere Mistelpräparate kommen bei schmerzhaften degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule, bei der Nachbehandlung von Strahlenschäden, begleitend bei Krebserkrankungen, bei Arthrosis deformans, chronischer Polyarthritis, Hypertonie, Altersherz sowie bei der Nachbehandlung von Apoplexien zum Einsatz. Mistelauszüge ergänzen die Komposition von Dr.Hauschka Zitronen Lemongrass Pflegeöl. 

Pflichtangaben

* Pflichtangaben zu den genannten Präparaten (die Anwendungsgebiete ergeben sich aus der anthroposophischen Menschen- und Naturerkenntnis):

Viscum/Crataegus, Globuli velati

Packungsgröße: 20 Gramm (N1) Globuli velati Anwendungsgebiete: Harmonisierung des rhythmischen Zusammenwirkens von Empfindungs- und Lebensorganisation im Herz-Kreislauf-System, z.B. Altersherz, Sklerose der Herzkranzgefäße (Koronarsklerose). Warnhinweis: Dieses Arzneimittel enthält Sucrose.

Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage, und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.