
Das kostbare Mastix wurde früher als Kosmetikbestandteil und Räucherstoff verwendet. Bei der Räucherung soll es zur Stärkung übersinnlicher Kräfte beitragen.
Im Orient machte man sich die desinfizierende Wirkung des Mastix bei der Wundbehandlung, aber auch in der Zahnpflege zunutze: Als Kauharz pflegte er Mund und Zähne. Man kurierte schon damals Magengeschwüre mit ihm. Vielleicht brannte man deshalb mit ihm den heimischen Schnaps "raki". In Fernost schätzt man das Harz noch immer als Medizin. Und noch heute werden mit Mastix vielerlei Süßigkeiten gemacht: Bonbons, klebrige Geleestückchen oder Gebäck.
In einer Mischung gibt Mastix einen guten Kitt für Glas, Porzellan und Blattgold oder sogar Zähne. Früher wurde das Harz als Schlussfirnis auf Gemälde aufgetragen.
Heute verschafft die Vielseitigkeit des Mastix einer kleinen griechischen Insel einigen Wohlstand: Chios in der Ostägäis beheimatet in seinem Süden jene Mastixsträucher, die reichlich Harztränen hervorbringen. Das ist nur den dortigen Sträuchern gegeben. Recht so, werden wohl die Bewohner von Chios denken, denen damit ein exklusives Geschenk zugefallen ist. Verdanken wollen sie es dem heiligen Isidor, der zum christlichen Glauben übergetreten war und deshalb vor seinem darüber zornentbrannten Vater fliehen musste. Der Weg führte Isidor auf Chios, wo er vor seinem einsamen Tod reichlich Tränen vergossen haben soll. Der kleine Mastixstrauch neben ihm war sein einziger Geselle und weint seit Isidors Tod ohne Pause für ihn seine Harztränen. Von August bis Oktober ziehen die Bauern seitdem bis zu dreimal in der Woche aus, um ihre Sträucher zu ritzen: Aus den angeschnittenen Rinden des Mastixstrauches laufen zähflüssig die Harztränen, die vom Boden aufgesammelt werden. Die Fläche unter den Sträuchern wird deshalb ständig gesäubert und mit weißer Erde bedeckt, damit die glasklaren Harztropfen rein bleiben.