WALA Pflanzenarchiv
Kümmel

Wissenswertes

Der wissenschaftliche Name "Carum" leitet sich aus dem arabischen "karwija" ab, das im Altdeutschen zu "karvey" wurde. Die Bezeichnung "Kümmel" soll sich vom assyrischen "kamunu" = Mäusekraut oder hebräischen "kammon" ableiten, das im lateinischen zu "cuminum" wurde. Alle Namensursprünge beweisen auf jeden Fall, dass man schon früh um die Heilkraft des Kümmels wusste. In der Antike hieß es, der Kümmel wachse besonders gut, wenn man bei seiner Aussaat lästere oder fluche, weil dies den bösen Geistern ihre Macht nähme. Ob der stark aromatische Kümmel nun aber die bösen oder die guten Geister vertreibe, darüber gehen die Ansichten auseinander. In einer weitverbreiteten Sage heißt es, dass die Zwerge (Holz-, Waldweibchen) durch Kümmelbrot vertrieben werden. Sie rufen "Kümmelbrot macht Angst und Not", "Kümmelbrot, unser Tod", "Sie haben mir gebacken Kümmelbrot, das bringt diesem Haus lauter Not", oder "...back keinen Kümmel ins Brot, so hilft dir Gott in aller Not". Gegen Dämonen soll der Kümmel wirken, wenn er Toten (zusammen mit Salz) in den Sarg gegeben, in die Schweineställe gestreut wird, um alle Krankheiten abzuhalten, oder wenn man am Gründonnerstag Kümmelplätzchen isst, um das ganze Jahr vor Flöhen verschont zu bleiben. Die Rumänen in der Bukowina räuchern die Windel eines Kindes, die über Nacht im Freien geblieben ist, mit Kümmel. Unruhigen Kindern soll übrigens ein unter das Bett gestellter Topf mit gekochtem Kümmel helfen. Wurzel und junge Blätter des Kümmels können als Gemüse, Salat oder Frühlingskräutersuppen genossen werden.