
.Paracelsus war von der wundheilenden, antiseptischen und ausleitenden Wirkung des Johanniskrautes überzeugt. Er sah in der porenähnlichen Durchlöcherung der Blätter, dass die Pflanze bei allen offenen Stellen der Haut, sowohl innerlich als auch äußerlich, eine Hilfe sei und auch hilft, etwas über die Poren auszuscheiden.
In der Tat regt Johanniskraut die Blutzirkulation an und trägt Aufbau- und Ernährungsprozesse bis in die Nerven- und Sinnessphäre hinein.
Mit seinen beruhigenden, schmerzlindernden und wundheilenden Eigenschaften hilft es nicht nur bei Witterungsschäden, Schrunden und Reizungen der Haut, die mit Rötungen einhergehen, sondern auch bei leichten Verbrennungen. Einreibungen mit dem charakteristischen "Rotöl" helfen bei Nervenschmerzen, Rheuma, Hexenschuss und Verstauchungen. Zur Stimmungsaufhellung wird das Johanniskraut innerlich bei Depressionen eingesetzt. Auch das Bettnässen, das meist seelische Ursachen hat, kann damit behandelt werden.
Photosensibilisierung?
Immer wieder wird von der Photosensibilisierung durch Johanniskraut gesprochen: Tatsächlich reagiert die Haut nach seiner innerlichen Anwendung stärker auf Sonneneinstrahlung. Das konnte man jedenfalls bei Tieren beobachten: Bei Weidetieren mit heller Haut, die viel Johanniskraut gefressen hatten, fand man Hautausschläge und Bläschenbildungen. Beim Menschen konnten solche Effekte, wenn überhaupt, dann erst nach einer drastischen Überdosierung mit Johanniskraut-Präparaten erreicht werden. Dieser Effekt tritt nur sehr selten auf, wenn Johanniskraut äußerlich, zum Beispiel als Öl angewendet wird. Hier hilft es, im Gegenteil, ja sogar bei der Nachbehandlung von Sonnenbrand beruhigend auf die Haut.