
Die Bezeichnung Eukalyptus leitet sich vom griechischen Wort „eu“ = gut und „kalyptos“ = verhüllt ab und bezieht sich auf die in einer Kapsel mit abspringendem Deckel geschützte Blütenknospe. „globulus“ = kugelig beschreibt die besonders kugelige Form des Kapseldeckels.
Der schnellwüchsige Eukalyptus ist so durstig, dass man mit ihm Sümpfe trocken legen kann. Daher rührt der Name Fieberbaum: Mit den Sümpfen verschwindet die Anopheles-Mücke und damit das Malaria-Fieber.
Allerdings kann eine gute Eigenschaft an fremdem Orte ins Negative umschlagen. In Europa mit dem Eukalyptus aufgeforstete Flächen sind mittlerweile so trocken und ausgezehrt, dass einheimische Pflanzen dort keine Chance mehr haben. Selbst die Erdbewohner vertreibt der Eukalyptus durch seine für europäische Verhältnisse ungewohnten ätherischen Öle.
Australiens Ureinwohner, die Aborigines, verwenden Eukalyptusblätter traditionell gegen Fieber, Entzündungen, Verletzungen und vorbeugend gegen Krebserkrankungen. Im Alten China galt Eukalyptus als Mittel gegen Lungentuberkulose und gegen Asthma. Die Europäer entdeckten den Eukalyptusbaum erst um 1790 für sich, während der ersten australischen Expeditionen mit Kapitän James Cook.
Eukalyptusbäume haben eine verblüffende Strategie im Umgang mit Feuer entwickelt, um in den von Buschbränden gezeichneten australischen Landschaften überleben zu können. Tief im Stammholz sowie im Wurzelbereich sind Keimlinge verborgen, die erst bei Hitze auskeimen. Sie sind über Stränge mit der Außenwelt verbunden, die quer durch das Holz zur Rindenoberfläche führen. Hitze aktiviert pflanzliche Hormone in diesen Strängen, die die Keimlinge aus ihrem Dornröschenschlaf wecken. Ist das Feuer erloschen, sprießen tief aus dem Kernholz junge Triebe. Das ätherische Eukalyptusöl treibt diese bemerkenswerte Überlebensstrategie sogar an, da es dem Feuer mächtig einheizt und den Brandherd vergrößert.
Das widerstandsfähige Eukalyptusholz ergibt gute Masten, Eisenbahnschwellen, Schiffskiele usw. Koalabären ernähren sich hauptsächlich von Eukalyptusblättern. Dabei essen die haarigen Feinschmecker nur die Blätter von wenigen der über 600 Eukalyptusarten. Diese Vorliebe für Eukalyptus ist für die beuteligen Baumbewohner Australiens mittlerweile lebensbedrohlich. Wegen der Landnutzung holzten die weißen Einwanderer in Australien einen Großteil der Eukalyptuswälder und damit der Nahrungsgrundlage für Koalas ab.
In Australien machen sich Termiten gerne über das Eukalyptusholz her und höhlen die Stämme von innen heraus aus. Die so entstandenen Röhren nutzen die Aborigines als traditionelles Musikinstrument: das Didgeridoo.
Ätherisches Eukalyptusöl eignet sich hervorragend, um die Raumluft zu verbessern. Mit einer Duftlampe oder einem Duftstein verdampftes Eukalyptusöl befreit die Luft von Krankheitserregern.