WALA Pflanzenarchiv
Borretsch

Wissenswertes

Die Herkunft des wissenschaftlichen Namens Borago ist nicht ganz eindeutig. Möglich ist die Ableitung vom spanischen oder spätlateinischen borra = struppiges Barthaar. Aus Borago entwickelten sich italienisch boragine sowie französisch bourrache und aus diesen die deutsche Bezeichnung Borretsch. Seinen Namen Gurkenkraut erhielt der Borretsch, weil sein Kraut beim Gurkeneinlegen die Rezeptur ergänzt. Wahrscheinlich brachten die Araber den Borretsch im Mittelalter mit nach Spanien, von wo aus er sich über den gesamten Mittelmeerraum verbreitete. Als Kulturpflanze wurde er in den Gärten gezogen und verwilderte von dort aus. Borretsch gilt wegen seines Nektarreichtums als eine der besten Bienenpflanzen. Mit der Biene geht er auch eine besondere Partnerschaft ein: In der Mitte seiner Blüte bilden die Staubfäden und -beutel den sogenannten Streukegel, in dem sich der Pollen sammelt. Nur wenn die Bienen bei ihrer Nektarsuche den Kopf zwischen die Staubfäden drängen, fällt der Pollen heraus und kann die Blüte befruchten. Für Ameisen hält der Borretsch eine andere Delikatesse parat: Am Ansatz der reifen Samen, den Nüsschen, finden sie einen sehr fettreichen Teil, wegen dem sie die Nüsse verschleppen: das ideale Transportsystem zur Verbreitung der Pflanze. Die angenehm nach Gurken schmeckende Pflanze kann roh zu Salaten gegeben oder zu einem spinatartigen Gemüse gekocht werden. Sie ist außerdem Hauptbestandteil der Frankfurter Grünen Soße. Manche sehen in der zauberhaft anmutenden Blüte des Borretsch die so viel besungene Blaue Blume der Romantiker, die der Inbegriff der Sehnsucht nach dem Unendlichen war.