
Die Bezeichnung "Birke" findet sich in Abwandlungen sowohl im Sanskrit als auch bei slawischen und germanischen Völkern und bezieht sich immer auf den hellen Glanz der leuchtend weißen Rinde. Sinngemäß bedeuten die verschiedenen Bezeichnungen wie das althochdeutsche "birhha" oder das altindische "bharg" "hell sein, leuchten, glänzen". Auch das Wort "Borke" leitet sich von "Birke" ab, durch die dieser Begriff wohl geprägt wurde. Der wissenschaftliche Name "Betula" stammt möglicherweise aus dem Gallischen und wurde auch von den Römern verwendet. "Pendula" leitet sich vom lateinischen "pendere" = "herabhängen" ab.
Im Kreislauf des Lebens verkörpert die Birke das Wachsen und Entstehen. Als Frühlingsbote war sie Symbol des wiedererwachenden Lebens, der Reinheit und der Jugendlichkeit. Durch ihre Anmut erschien früher den Menschen der Geist dieses Baumes als eine in Licht gehüllte Jungfrau, voller Zauber und Heilkraft. Das Fest der Birke war für die Menschen der nördlichen Länder jedes Mal eine Freudenfeier der Wiedergeburt und der Hochzeit von Himmel und Erde. Dieser Tradition folgt noch heute der beim Maifest aufgestellte Maibaum.
Die Verwendungsmöglichkeiten der Birke scheinen unendlich: Schon die Steinzeitmenschen fertigten Kleidung aus Rindenbast, Schuhe und Behältnisse aus Birkenrinde und befestigten mit Birkenteer Pfeilspitzen und Harpunenam Schaft. In Lappland wurden aus der jungen Birkenrinde, die weich und geschmeidig wie Leder ist, Umhänge und Gamaschen hergestellt. Aus den dünnen Zweigen bindet man Reisigbesen.
Birkenrinde wurde zum Gerben und als Papier verwendet. Wegen ihrer Wasserundurchlässigkeit deckten Bewohner nördlicher Breiten Dächer mit ihr. Weil sie reich an Luftpolstern ist, bauten die Indianer Nordamerikas aus ihr leichte Kanus. Der isolierenden Eigenschaft von Luft in der Rinde verdankt die Birke übrigens die Tatsache, der winterhärteste bekannte Baum zu sein.
Birkenteer lässt Birkenholz sogar im frischen, noch feuchten Zustand brennen und ist die Grundlage des Parfums "Russisch Leder".
Schon bei den Germanen galt der Birkensaft als Schönheitstrunk. Die Knospen und jungen Blätter eignen sich übrigens auch als Zugabe zu einem Frühlingsquark.
Die durstige Birke wird heute häufig auf feuchten Böden zur Entwässerung angepflanzt.