
Der Arganbaum ist einer der ältesten Bäume der Erde: Bereits vor über 80 Millionen Jahren wuchs er in Südmarokko. Erste schriftliche Erwähnungen finden sich beim berühmten Arzt Ibn Al Baytar aus dem Jahr 1219. Noch heute wird das Arganöl in Marokko von den Berberinnen durch ein altes Verfahren gewonnen: Nach der Ernte von Juli bis September werden die Früchte luftgetrocknet. Die recht harten Nüsse müssen danach geschält und mithilfe eines Steins aufgeschlagen werden. Die freigelegten Kerne werden über einem offenen Feuer geröstet und in einer Handsteinmühle zu einer breiartigen Masse zermahlen. Zusammen mit Wasser entsteht aus dem Brei eine Paste, aus der die Frauen mit der Hand das Arganöl pressen. Das getrocknete Fruchtfleisch und die Reste des Presskuchens werden an Kühe und Schafe verfüttert.
Wegen seiner intensiven Nutzung als Weidepflanze für Ziegen und Kamele und als Brennholz wurde der Arganbaumbestand so überstrapaziert, dass keine Jungbäume mehr nachwuchsen, alte Bäume abstarben und damit der Ausbreitung der Wüste und der Bodenerosion nichts mehr entgegengesetzt wurde. 1998 erklärte die UNESCO deshalb das Wachstumsgebiet des Arganbaumes - die Arganerie - zum Biosphärenreservat. Seit 1995 setzt sich die GTZ (Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit) im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit dort für die Aufforstung der Arganbäume ein. Ein Teilprojekt innerhalb des Biosphärenreservates sind Frauenkooperativen, deren Existenz auf der Herstellung und Vermarktung des Arganöls beruht.