

Frühmorgens, wenn der Nebel noch satt und schwer in den Bergtälern hängt und die ersten Sonnenstrahlen den neuen Tag ankündigen, machen sich die Frauen und Männer auf den Weg, den kostbarsten Schatz der Damaszener Rose zu ernten: die wunderbar duftenden Rosenblüten. Geerntet wird die vollständig geöffnete Blüte mitsamt Blütenkelch, indem sie mit großer Behutsamkeit vom Stil abgedreht wird. Sie wandert in den Weidenkorb, den sich die Ernter an der Hüfte befestigt haben. Zwischen den unzähligen Rosensträuchern mit ihren von zartem Rosé bis zu leuchtendem Pink reichenden Blütenblättern, deren Farbenpracht sich vor dem strahlend-blauen Morgenhimmel abzeichnet, bewegen sich die Frauen schnell und lautlos.
In dieser friedlich anmutenden Atmosphäre wird bis zur Mitte des Morgens gearbeitet. Die duftende Ausbeute wird in riesigen Säcken gesammelt, die bis zu 12 kg schwer sein können. Noch vor Mittag werden sie zur Destille gebracht, wo aus der gesammelten Blütenpracht ätherisches Rosenöl gewonnen wird.
